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  1. Azincourt - Wikipedia

    en.wikipedia.org/wiki/Azincourt

    Azincourt (French pronunciation: ​ [azɛ̃kuʁ]; historically, Agincourt / ˈæʒɪnkʊər / in English) is a commune in the Pas-de-Calais department in northern France. The Battle of Agincourt (1415) took place nearby.

    • Geography

      Situated 12 miles north-west of Saint-Pol-sur-Ternoise on...

    • Etymology

      The toponym is attested as Aisincurt in 1175, derived from a...

    • History

      Azincourt is famous as being near the site of the battle...

    • Sights

      The original battlefield museum in the village featured...

  2. Battle of Agincourt - Wikipedia

    en.wikipedia.org/wiki/Battle_of_Agincourt

    Agincourt is one of England's most celebrated victories and was one of the most important English triumphs in the Hundred Years' War, along with the Battle of Crécy (1346) and Battle of Poitiers (1356). It forms the centrepiece of William Shakespeare 's play Henry V, written in 1599.

  3. Azincourt (novel) - Wikipedia

    en.wikipedia.org/wiki/Azincourt_(novel)
    • Overview
    • Plot
    • Film adaptation

    Azincourt is an historical novel written by Bernard Cornwell. The book relates the events leading to the Battle of Agincourt, through its protagonist Nicholas Hook. In the United States, it was published under the title Agincourt.

    Nicholas Hook, a forester and archer, feuds with Tom and Robert Perrill and their biological father, the priest Father Martin. He is compelled to participate in the hanging and burning of a community of Lollard heretics. One of them, an archer himself, asks Hook to protect his granddaughter, Sarah after he is gone. But Father Martin decides to take the girl for himself, and in an unsuccessful attempt to shield her, Hook attacks the priest. Hook is then held for trial and anticipated execution. F

    As of 2009 screenwriter Michael Hirst was said to be writing a screenplay based on the novel, with filming scheduled to begin in 2010.

  4. Agincourt - Wikipedia

    en.wikipedia.org/wiki/Agincourt

    Azincourt, a commune in Pas-de-Calais, France This disambiguation page lists articles associated with the title Agincourt. If an internal link led you here, you may wish to change the link to point directly to the intended article.

  5. Azincourt is a commune. It is found in the region Nord-Pas-de-Calais in the Pas-de-Calais department in the north of France . This short article about a place or feature in France can be made longer.

  6. Azincourt – Wikipedia

    sv.wikipedia.org/wiki/Azincourt

    Azincourt är en ort och kommun i norddligaste Frankrike.Under hundraårskriget stod där den 25 oktober 1415 ett slag mellan England och Frankrike, där engelsmännen besegrade fransmännen, trots att de senare var betydligt fler (se slaget vid Azincourt). År 2009 hade Azincourt 302 invånare.

  7. Azincourt – Wikipédia

    hu.wikipedia.org/wiki/Azincourt

    Azincourt A Wikipédiából, a szabad enciklopédiából Azincourt település Franciaországban, Pas-de-Calais megyében. Lakosainak száma 307 fő (2017. január 1.). +/- Azincourt Ruisseauville, Maisoncelle, Tramecourt, Canlers, Avondance, Planques, Fressin, Auchy-lès-Hesdin és Béalencourt községekkel határos.

  8. Azincourt – Wikipédia, a enciclopédia livre

    pt.wikipedia.org/wiki/Azincourt

    História. Azincourt é famosa por ser o local da batalha de 25 de outubro de 1415, na qual o exército inglês comandado pelo rei Henrique V derrotou as forças comandadas por Charles d'Albret em nome de Carlos VI da França.

  9. Schlacht von Azincourt – Wikipedia

    de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Azincourt
    • Auswirkungen
    • Vorgeschichte
    • Namensgebung
    • Bewaffnung
    • Aussehen
    • Funktion
    • Zusammensetzung
    • Statistiken
    • Kritik
    • Wirkung
    • Überlieferung

    Die Schlacht von Azincourt gilt als eine der bedeutendsten Schlachten der Militärgeschichte, weil - wie zuvor bei der Schlacht von Crécy - mit Langbogen bewaffnete Fußtruppen einen entscheidenden Anteil am Ausgang der Schlacht hatten. Der Angriff der schweren französischen Reiterei blieb nicht zuletzt wegen des massiven Einsatzes der Langbogenschützen ineffektiv, d. h. der Angriff der schwer gerüsteten französischen Adeligen wurde durch deren Einsatz verlangsamt und beeinträchtigt. Die militärische Niederlage Frankreichs war so nachhaltig, dass Heinrich V. 1420 Frankreich den Vertrag von Troyes aufzwingen konnte, der ihm durch die Heirat der französischen Königstochter Katharina von Valois den Anspruch auf den französischen Thron zusicherte. Auf französischer Seite stand ihm der geisteskranke König Karl VI. gegenüber. Unter seinen Reichsverwesern waren der Herzog von Burgund, Johann Ohnefurcht, und der Herzog von Orléans, Charles de Valois, die mit ihren Parteien der Bourguignons und der Armagnacs einen Machtkampf austrugen, der die französische Seite im Krieg gegen die Engländer nahezu paralysierte. Der vom englisch-walisischen Heer belagerten Stadt Harfleur kam kein französisches Heer zu Hilfe und die Stadt kapitulierte am 22. September.[4] Zwar fand nach dem Fall Harfleurs eine Mobilmachung der Lehnsheere in den französischen Provinzen statt, aber die Heere der Herzöge von Orléans und Burgund hätten sich vermutlich bei einem Aufeinandertreffen gegenseitig bekämpft. So blieb das Heer des burgundischen Herzogs Johann Ohnefurcht zurück und der Connétable, Charles I. dAlbret kommandierte die französische Streitmacht. Etwa ein Drittel des englisch-walisischen Heeres war nach der wochenlangen Belagerung von Harfleur tot oder kampfunfähig.[4] Mit einem von Tag zu Tag durch eine Ruhrepidemie stärker geschwächten Restheer wollte Heinrich V. nach Calais ziehen, das seit 1347 die letzte Bastion der englischen Krone in Nordfrankreich war. Dort wollte er sich auf kommende Kampfhandlungen vorbereiten. Die direkte Wegstrecke von Harfleur nach Calais betrug etwa 200 Kilometer und führte entlang der Küste. Nur die Somme stellte auf diesem Weg ein größeres Hindernis dar. Um diesen Fluss oberhalb des Mündungsbereiches zu überqueren, zog das englisch-walisische Heer ab dem 13. Oktober weiter in das Inland.[4] Die ursprüngliche Schlachtordnung wurde so jedoch nie umgesetzt.[18] Der Herzog der Bretagne sowie Tanneguy du Chastel und der Graf von Charolais erschienen verspätet beziehungsweise gar nicht auf dem Schlachtfeld. Die anwesenden Hochadeligen verlangten dagegen, in der prestigeträchtigen vordersten Front zu stehen, und verweigerten sich einer Führungsrolle über die Flanken oder die Nachhut. Den Streit löste man, indem man die höchsten Adeligen und Träger der wichtigsten französischen Großämter in vorderster Front Stellung beziehen ließ. Sie sollte nach einem Angriff von Berittenen auf die englischen Bogenschützen zu Fuß das englisch-walisische Heer angreifen. Die Herzöge von Alençon und Bar sollten die Hauptangriffskräfte führen. Unterstellt man, dass jeweils achttausend Mann die Vorhut und die Hauptstreitkräfte bildeten, dann bestanden Vorhut und Hauptstreitkraft jeweils aus acht Reihen. Die Nachhut oder dritte Linie bildeten Berittene, deren Aufgabe es sein sollte, Engländer und Waliser zu verfolgen, sobald deren Linie von den Berittenen, der Vorhut und den Hauptstreitkräften zerstört sein würden.[19] Zwei Abteilungen von je etwa fünfhundert Reitern waren an den beiden Flügeln aufgestellt.[20][21] Die französischen Bogenschützen, die nach dem ursprünglichen Plan an der Frontlinie der Flügel platziert waren, wurden nun hinter die gepanzerten Soldaten gestellt. Das machte es ihnen nahezu unmöglich, in das Schlachtgeschehen einzugreifen.[22] Vor Schlachtbeginn verhandelten noch ein letztes Mal Abgesandte beider Heere in der Mitte des voraussichtlichen Schlachtfeldes, um eine friedliche Einigung zu erzielen. Juliet Barker ist der Überzeugung, dass die Initiative dazu von Heinrich V. ausging, weil es zu seinen Pflichten als christlicher König gehörte, noch einmal Anstrengungen zu unternehmen, ein Blutvergießen zu verhindern.[34] Anne Curry dagegen sieht in diesen Verhandlungen eine Verzögerungstaktik der Franzosen, die Zeit gewinnen wollten, bis weitere Verstärkung eintraf.[35] Die Verhandlungen verliefen ergebnislos. Danach standen sich die beiden Heere über drei oder vier Stunden gegenüber, ohne dass es zu Kriegshandlungen kam.[36] Nach damaliger militärischer Lehre nahm derjenige einen Nachteil in Kauf, der seine Truppen zuerst in Marsch setzte. Zwei der zeitgenössischen Chronisten der Schlacht berichten, dass sich während dieses stundenlangen Wartens Franzosen in der vordersten Reihe hingesetzt, gegessen, getrunken und alten Streit untereinander begraben hätten.[37] Schließlich war es Heinrich V., der seinen Truppen den Befehl gab, sich den Franzosen bis auf etwa 250 bis 300 Meter zu nähern.[24] Auf diese Entfernung konnten die Pfeile der englisch-walisischen Bogenschützen die französische Seite erreichen. John Keegan vermutet, dass das englisch-walisische Heer gut zehn Minuten benötigte, um die etwa 600 Meter durch Regen aufgeweichten Ackerbodens zu überwinden.[24] Für die englische Seite war der Zeitraum des Vormarsches ein sehr kritischer Moment. Die englischen Bogenschützen mussten die Pfähle, die zu ihrem Schutz in den Boden gerammt waren, wieder herausziehen und weiter vorne erneut einschlagen. Wäre in diesem Moment der Angriff der französischen Berittenen erfolgt, wären sie dem Angriff weitgehend wehrlos ausgesetzt gewesen.[38] Zeitgenössische Berichte widersprechen sich, warum in diesem offensichtlichen Moment kein französischer Angriff der Berittenen erfolgte. Einig sind sich die französischen Quellen, dass die Berittenen in diesem Moment nicht an den Stellen waren, die die Schlachtordnung für sie vorsah. Gilles le Bouvier, einer der zeitgenössischen Chronisten der Schlacht, hielt fest, dass niemand in diesem Moment mit einer Bewegung auf englischer Seite rechnete und viele der Berittenen ihre Stellung verlassen hatten, um sich aufzuwärmen, ihre Pferde zu füttern, zu tränken oder warm zu reiten.[39] Das war möglicherweise nicht nur Disziplinlosigkeit. Als Schlachtrösser wurden ausschließlich Hengste verwendet, deren natürliche Aggressivität ein ruhiges Nebeneinanderstehen über mehrere Stunden unmöglich machte.[40] Dank des Überraschungsmoments erreichte das englisch-walisische Heer die schmalste Stelle zwischen den Wäldern von Azincourt und Tramecourt. Die Breite der englischen Position dürfte an dieser Stelle etwa 860 Meter betragen haben.[41] Die französischen Berittenen konnten wegen des direkt angrenzenden Gehölzes das englische Heer nicht mehr zangenförmig umreiten und von den Seiten angreifen, sondern mussten jetzt frontal angreifen.[42] Das französische Heer reagierte auf den Pfeilangriff mit dem Angriff ihrer Berittenen. Statt der 1.000 (oder je nach Autor 800 bis 1.200) Berittenen griffen jedoch nur etwa 420 französische Reiter die Bogenschützen an.[45] Der Angriff der französischen Reiterei blieb nicht nur wegen der geringen Zahl ineffektiv. Wegen des schweren und aufgeweichten Ackerbodens erreichten die Pferde der französischen Reiterei ihre volle Angriffsgeschwindigkeit nicht, kamen zum Teil ins Rutschen und Fallen, so dass die Linie der Reiter weit auseinandergezogen wurde.[46] Die verminderte Geschwindigkeit des reiterlichen Angriffs setzte die Pferde außerdem länger einem Beschuss durch die Bogenschützen aus. Schlachtrösser waren darauf trainiert, gegen ein Ziel wie einen anderen Reiter oder einen Fußsoldaten vorzupreschen. Selbst ein trainiertes Pferd hätte jedoch vor einem Hindernis gescheut, das es nicht umgehen oder überspringen konnte.[47] Der Angriff der französischen Reiter, der die englisch-walisischen Bogenschützen außer Gefecht setzen sollte,[51] scheiterte nicht nur, sondern wendete sich letztlich gegen das französische Heer. Nur ein Teil der Berittenen und einige der herrenlosen Pferde entkamen in die Wälder, die das Schlachtfeld begrenzten. Die meisten Pferde und französischen Reiter kehrten um und galoppierten zurück. Dabei kollidierten einige der Pferde mit der französischen Vorhut, die zeitgleich mit den Reitern ihren Angriff begonnen hatte.[44] Die Engländer wichen nach den Berichten der Chronisten beim Zusammentreffen mit den Franzosen um eine Lanzenlänge zurück. Die Priester, die hinter der englisch-walisischen Linie standen, interpretierten das Zurückweichen als erstes Indiz für eine englische Niederlage und brachen in lautes Jammern aus.[59] Obwohl zahlenmäßig unterlegen, fingen sich die englisch-walisischen Gewappneten wieder und griffen ihrerseits die Franzosen an. Die französischen Gewappneten hatten ihre Lanzen verkürzt. Dadurch waren sie im Nahkampf einfacher zu handhaben. Die englisch-walisischen Gewappneten dagegen hatten auf das Kürzen der Lanzen verzichtet. Das bevorteilte sie beim ersten direkten Aufeinandertreffen der beiden Truppen. Vermutlich richteten sich die Lanzenstöße der englisch-walisischen Gewappneten vor allem gegen den Unterleib und die Beine der angreifenden Franzosen und zielten darauf, die Gewappneten zum Sturz zu bringen.[60] John Keegan, Anne Curry und Juliet Barker vertreten einhellig die Ansicht, dass sich in diesem Moment die zahlenmäßige Überlegenheit der Franzosen nachteilig für diese auswirkte. Um wirkungsvoll zu kämpfen, benötigte ein Krieger Raum, damit er seitlich oder rückwärts den Hieben und Stößen des Gegners ausweichen konnte. Die sieben- bis achthundert Franzosen, die den Engländern und Walisern direkt gegenüberstanden, verfügten darüber nicht, weil hinter ihnen tausende von französischen Gewappneten nach vorne drängten. Die Engländer standen dagegen nur in vier Reihen gestaffelt und waren dadurch im direkten Zweikampf den Franzosen überlegen. Die Franzosen, die in den ersten Minuten des Kampfes fielen, schränkten die Bewegungsfähigkeit der übrigen Franzosen noch weiter ein.[61][62][44] Keegan ist der Ansicht, dass dies der entscheidende Faktor war, der die Schlacht von Azincourt zu Gunsten der Engländer entschied: Einige wenige, wie der junge Raoul dAilly, hatten das Glück, noch während der Schlacht lebend aus dem Haufen der Gefallenen hervorgezogen zu werden. Die meisten der verwundeten und gestürzten Franzosen wurden von dem Gewicht ihrer Kampfgenossen erdrückt oder erstickten im Schlamm.[62] Die Chronisten sprachen von zur Mauer aufgeschichteten Toten oder von mannshohen Haufen an Leichen.[64] Das zählt nach den Analysen von John Keegan zu den Übertreibungen mittelalterlicher Chronisten. Die Toten lagen zwar an der vorderen Linie gehäuft, aber auf Basis der Untersuchungen von verlustreichen Schlachten des 20. Jahrhunderts weiß man, dass sich die Körper von Gefallenen nicht zu Mauern auftürmen. Selbst an den am stärksten umkämpften Stellen lagen daher nicht mehr als zwei oder drei Leiber übereinander.[65] Der seitliche Angriff der Bogenschützen und der frontale Angriff der englisch-walisischen Gewappneten bewirkte, dass der größte Teil der Frontlinie der Franzosen entweder bereits geflohen, tot, verwundet oder bereit war, sich zu ergeben, als die zweite Linie der Franzosen angriff. Die zeitgenössischen Chronisten berichten sehr wenig über diese Verstärkung der französischen Seite. John Keegan vermutet, dass sich die Chronisten über diese Verstärkung auf französischer Seite ausschwiegen, weil sich die Erfahrungen der ersten Linie wiederholten und die Verstärkung keine merkliche Wirkung hatte.[67] Ihr Angriff wurde durch die Gegenbewegung der Fliehenden weitgehend neutralisiert und durch die zahlreichen Toten auf dem Schlachtfeld seiner Wirkung beraubt. Heinrich V. konnte sich seines Sieges auch drei Stunden nach Schlachtbeginn noch nicht ganz sicher sein, wie drei Vorfälle zeigten, die sich kurz hintereinander beziehungsweise parallel ereigneten: Der auf französischer Seite kämpfende Herzog von Brabant traf mit einem kleinen Gefolge verspätet auf dem Schlachtfeld ein, griff aber sofort an. Sein mutiger Angriff war jedoch vergeblich. Er wurde überwältigt und gefangen genommen. Das couragierte Beispiel des Herzogs ließ die Grafen von Masle und Fauquemberghes, die zur dritten französischen Linie gehörten, ebenfalls mit einer kleinen Truppe angreifen.[69] Sie allerdings wurden während des Angriffs getötet.[70] Fast zeitgleich dazu ließen Schreie und Lärm die Engländer schließen, dass der hinter den englisch-walisischen Truppen befindliche und kaum bewachte Bagagetross von Franzosen angegriffen wurde. Heinrich V. ließ den Befehl geben, die gefangenen Franzosen bis auf die Wichtigsten zu töten. Überliefert ist, dass sich Heinrichs Untergebene dem Tötungsbefehl verweigerten und dass der englische König schließlich 200 Bogenschützen unter dem Befehl eines Gewappneten zur Vollstreckung des Befehls abkommandierte.[71][72] Es lässt sich nicht mehr rekonstruieren, wie viele französische Gefangene auf diesen Befehl hin getötet wurden. Nach der Schlacht begleiteten zwischen 1.000 und 2.000 französische Gefangene das englisch-walisische Heer zurück nach England, von denen die meisten vor dem Befehl gefangen genommen worden waren. Die Chronisten berichten auch, dass der Befehl zurückgenommen wurde, nachdem sich Heinrich V. sicher war, dass die dritte französische Linie von einem Angriff absah.[73] John Keegan hält die Anzahl der getöteten Gefangenen für gering.[78] Eine Massenexekution, bei der englische Bogenschützen nacheinander französische Gefangene mit Äxten erschlugen oder mit Dolchen die Kehle durchschnitten, hält er für unmöglich, ohne dass die französischen Hochadeligen sich gegen eine Tötung durch von ihnen als sozial minderwertig verachtete Fußtruppen gewehrt hätten.[78] Für viel wahrscheinlicher hält er ein Szenario, bei dem englische Gewappnete lautstark protestieren, dass die wegen der Lösegeldzahlungen für sie so wertvollen Gefangenen getötet werden sollen, es zu Streit zwischen ihnen und dem Exekutionskommando kam, die Gefangenen vom Schlachtfeld, wo Waffen in für sie erreichbarer Nähe lagen, weggeführt wurden und die Bogenschützen während dieses Abzugs an den Seiten einzelne französische Gewappnete umbrachten.[78] Es gibt allerdings einen Augenzeugenbericht, der deutlich macht, wie möglicherweise dem Exekutionsbefehl nachgekommen wurde: Ghillebert de Lannoy war während der Schlacht am Kopf und am Knie verwundet worden. Er wurde zwischen den französischen Leichen gefunden und gefangen genommen und mit zehn bis zwölf anderen Gefangenen in eine Hütte eingesperrt. Als der Befehl zur Tötung kam, wurde diese Hütte angezündet. Ghillebert de Lannoy gelang es aus der brennenden Hütte zu entkommen. Er wurde allerdings kurz darauf erneut gefangen genommen.[79] Auffallend ist der sehr große Unterschied an Hochadeligen der englisch-walisischen und der französischen Seite, die in der Schlacht den Tod fanden. Auf englischer Seite fielen von den Hochadeligen nur Edward of Norwich, 2. Duke of York, und der erst 21-jährige Michael de la Pole, 3. Earl of Suffolk.[82] Zu den Todesopfern auf französischer Seite gehören Johann I., Herzog von Alençon; Anton, Herzog von Brabant und Limburg; Eduard III., Herzog von Bar; Jean de Montaigu, Erzbischof von Sens; Charles I. dAlbret, Graf von Dreux; Friedrich I., Graf von Vaudémont; Johann VI., Graf von Roucy und Braine; Philipp von Burgund, Graf von Nevers und Rethel; Wilhelm IV., Graf von Tancarville; Jean IV. de Bueil; der 19-jährige Charles de Montaigu, Vidame de Laon; Jean de Craon, Vizegraf von Châteaudun; Pierre dOrgemont, Herr von Chantilly und Hugues III. dAmboise, Vater von Pierre dAmboise. Zu den Gefangenen, die den Tötungsbefehl überlebten, gehörten unter anderem Karl, Herzog von Orléans; Johann I., Herzog von Bourbon; Georges de La Trémoille, Graf von Guînes; Jean II. Le Maingre, Marschall von Frankreich; Arthur de Richemont, der spätere Herzog der Bretagne; Louis de Bourbon, Comte de Vendôme und Charles dArtois, der Graf von Eu. Für Heinrich V. waren diese Gefangenen nicht nur wegen der hohen Lösegeldforderungen wertvoll. Ihre Gefangenschaft in England symbolisierte für viele Jahre die verheerende Niederlage, die das französische Heer bei der Schlacht von Azincourt erlitten hatte.[83] Wie viele weitere französische Gefangene das englisch-walisische Heer von Calais aus nach England zurück begleiteten, ist nicht sicher. Zeitgenössische Quellen nennen zwischen 700 und 2.200.[84] Sicher ist, dass eine Reihe von Gefangenen bereits in Calais ihr Lösegeld stellen konnte und daher französischen Boden nie verließ.[85] Anne Curry hat nach ihren Quellenstudien insgesamt nur 282 Gefangene nachweisen können, die einen Teil ihrer Gefangenschaft in England verbrachten.[86] Militärisch war Frankreich so nachhaltig geschlagen, dass der englische Regent Heinrich V. seine Kriegsziele in den Folgejahren durchsetzen konnte, Caen besetzte und schließlich fünf Jahre später der französischen Krone den Vertrag von Troyes aufzwang, durch den er die französische Prinzessin Katharina von Valois heiratete und sich zum Nachfolger des französischen Königs Karl VI. machte. Das Ausmaß der Niederlage Frankreichs führte auch zu einer Neuausrichtung der burgundischen Politik, die 1420 im Vertrag von Troyes zum Tragen kam. Der König von England wurde von den Burgundern als König von Frankreich anerkannt, um auf die Bildung eines unabhängigen Reiches hinzuarbeiten.

    Ausgangspunkt und Kernstreitpunkt des Hundertjährigen Krieges, zu dessen Kriegshandlungen die Schlacht von Azincourt zählt, war der englische Anspruch auf den französischen Thron. Die erste Phase dieses Krieges endete nach den englischen Siegen in Crécy (1346) und Maupertuis (1356) mit dem im Jahre 1360 geschlossenen Frieden von Brétigny, der die Herrschaft Englands über große Teile Frankreichs sicherstellte. Bis 1396 konnten die Franzosen einen Großteil ihres an die Engländer verlorenen Landes zurückerobern und durch einen erneuten Friedensschluss mit England sichern. Heinrich V., der 1413 den englischen Thron bestieg, erneuerte den Anspruch auf das französische Königreich und nahm dazu diplomatische Gespräche wieder auf, während er gleichzeitig ein Heer von erfahrenen, von der englischen Krone direkt bezahlten Soldaten anwarb. Nach Abbruch der diplomatischen Verhandlungen landeten er und sein Heer am 14. August 1415 in Harfleur (heute Département Seine-Maritime) in der Normandie. Der französischen Seite wird gelegentlich unterstellt, sie hätte sich angesichts ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit ohne Vorbereitung der Schlacht mit den englischen Truppen gestellt. Es ist jedoch ein französischer Schlachtplan erhalten geblieben, der vermutlich wenige Tage vor der Schlacht von Azincourt aufgestellt wurde.[15] Danach planten die Franzosen eine dreiteilige Schlachtaufstellung, bei der die Gewappneten in der Mitte standen. Sie sollten von Bogen- und Armbrustschützen flankiert werden, die in den ersten Schlachtminuten die englischen Bogenschützen mit ihren Pfeilen und Bolzen dezimieren sollten. Eine ebenfalls an den Flanken platzierte, 1.000 Mann starke Reiterei sollte dann die Bogenschützen überrennen und niedermachen.[16] Die Hauptangriffskräfte in der zweiten Reihe sollten durch Charles I. dAlbret und die Herzöge von Alençon, Orléans und der Bretagne angeführt werden. Die beiden Flügel sollten unter dem Kommando von Arthur de Richemont und Tanneguy du Chastel stehen. Die Leitung der vordersten Front, die nach dem Angriff der Reiterei kämpfen sollte, war nach diesem Plan Jean I. de Bourbon, Jean II. Le Maingre und Guichard II. Dauphin, dem Großmeister von Frankreich, übertragen.[17] Mit dem ersten Morgengrauen nahmen das französische und das englisch-walisische Heer ihre jeweilige Schlachtordnung ein. Zwischen ihnen lagen zu diesem Zeitpunkt ein etwa 900 bis 1.000 Meter langes, offenes und fast flaches Stück Ackerland, das zu beiden Seiten von Gehölz gesäumt war. Es war kurz vor der Schlacht gepflügt worden, um dort Winterweizen einzusäen. Auf französischer Seite betrug der Abstand zwischen den beiden Gehölzen rund 1.100 Meter.[33] Unmittelbar nachdem das englisch-walisische Heer vorgerückt war, eröffneten die Bogenschützen das eigentliche Schlachtgeschehen. Es ist nicht überliefert, wie die Befehle zwischen den verschiedenen Abteilungen der Bogenschützen synchronisiert wurden. Sicher ist jedoch, dass die englisch-walisischen Bogenschützen weitgehend gleichzeitig ihre Pfeile abfeuerten.[43] Englische Bogenschützen waren darin geübt, mittels einer hohen, parabolischen Schussbahn ein Ziel zu treffen, und diese Schießtechnik kam hier zum Einsatz.[40] Das primäre Ziel dieses Pfeilhagels war es, das französische Heer zum Angriff zu provozieren.[44] Die Pfeile selbst richteten wegen ihrer geringen Endgeschwindigkeit und des steilen Auftreffwinkels bei den französischen Gewappneten nicht viel Schaden an. Die wattierten Stoffumhänge der Pferde wurden von den scharfen Spitzen der Pfeile jedoch auch noch auf diese Entfernung durchschlagen, so dass eine Verletzung von zumindest einigen der Pferde auf französischer Seite wahrscheinlich ist.[43]

    Die Schlacht von Azincourt wird gelegentlich verkürzt als eine Auseinandersetzung zwischen Rittern und Bogenschützen bezeichnet.[5] Als Ritter im weiteren Sinne des Wortes werden die schwer gerüsteten, berittenen Krieger des Mittelalters bezeichnet. Im engeren Sinne ist Ritter die Bezeichnung eines Standes, dem zwar viele, aber keineswegs alle mittelalterlichen Adeligen angehörten. Aus finanziellen und familiären Gründen zogen es viele Adelige vor, zeit ihres Lebens Edelknechte und damit ritterbürtige und waffentragende Krieger zu bleiben. In Azincourt spielte schwer gerüstete Reiterei, die nur von der französischen Seite eingesetzt wurde, lediglich zu Beginn der Schlacht eine Rolle, der eigentliche und schlachtentscheidende Kampf fand zu Fuß zwischen schwer gerüsteten Adeligen statt, von denen nicht jeder dem Ritterstand angehörte. Die englische Historiographie unterscheidet deswegen zwischen knights (= Ritter im engen Sinne) und Men-at-Arms (= schwer gerüstete Krieger, die einen Plattenpanzer trugen). In der deutschsprachigen Literatur wird für diese Krieger gelegentlich gleichfalls der englische Begriff Men-at-arms[6] verwendet. Im Folgenden wird dieser Teil der Kämpfenden in der Schlacht von Azincourt als Gewappnete bezeichnet, ein Begriff, den auch Hermann Kusterer verwendet, der John Keegans Analyse der Schlacht von Anzincourt ins Deutsche übersetzte.[7]

    Die Gewappneten beider Heere trugen jeweils einen Plattenpanzer, eine Vollrüstung, die aus mehreren Dutzend Metallplatten bestand, die durch zahlreiche Riemen, Niete und Scharniere flexibel miteinander verbunden waren und das Tragen eines Schildes unnötig machte. Bei vielen schützte ein Kettenhemd unter dem Plattenpanzer Achseln und Genitalbereich. Der Kopf war durch eine Beckenhaube geschützt, an der ein bewegliches Visier befestigt war. Die Panzer waren je nach Wohlstand des Auftraggebers individuell für ihn angefertigt oder setzten sich aus mehreren ererbten oder einzeln gekauften Stücken zusammen. Die Herstellung eines maßgefertigten Harnisches nahm meist mehrere Monate in Anspruch. Die Preisunterschiede zwischen Plattenrüstungen konnten sehr groß sein, aber in der Regel kosteten sie mindestens so viel, wie ein damaliger Handwerksmann in mehreren Jahren verdiente. Zusammen mit dem Helm wog die über den ganzen Körper verteilte Rüstung zwischen 28 und 35 Kilogramm. Eine gut gearbeitete Rüstung erlaubte ihrem Träger, auch ohne fremde Hilfe auf sein Pferd zu steigen oder nach einem Sturz problemlos wieder aufzustehen.[8] Über die Ausrüstung der für den Ausgang der Schlacht wesentlichen englischen Langbogenschützen ist sehr wenig bekannt. Einige von ihnen trugen möglicherweise ein kurzärmeliges Kettenhemd über einem wattierten Wams.[9] Das wattierte Wams hatte sich aus dem unter dem Kettenhemd getragenen Gambeson entwickelt. Es lag an Oberkörper und Armen fest an und bestand aus mehreren Lagen festen Leinengewebes, welches in Längsrichtung gesteppt war. Es war häufig mit Wolle, Watte, Filz, Hanf oder Heu gepolstert. Ein aus den 1460er Jahren stammendes Wams ist erhalten geblieben und weist auf der Vorderseite 23 Lagen Leinen und Wolle und an der Rückseite 21 Lagen auf.[9] Einige Quellen berichten, dass die Bogenschützen ansonsten barhäuptig und barfüßig kämpften.[10] Sie waren in einem direkten Kampf mit einem Gewappneten auf Grund ihrer anderen Waffen und dem geringen Schutz, den ihre Kleidung bot, weit unterlegen. Verglichen mit einem Kämpfer, der einen Plattenpanzer trug, waren sie jedoch erheblich beweglicher.

    Die Pfeile trugen eine schmiedeeiserne Spitze. Die nach der Klassifikation des Britischen Museums sogenannte Kriegsspitze Typ 16 war etwa fünf Zentimeter lang, lanzettförmig mit flachelliptischem Querschnitt und kaum ausgeprägten Widerhaken. Auf Grund moderner Schießversuche weiß man, dass diese Pfeile Kettenhemden und Plattenpanzerungen durchschlagen konnten.[12][13] Verwendet wurden außerdem Bodkin-Spitzen, die auf Grund ihrer kurzen kräftigen Vierkantspitze ebenfalls Plattenpanzerungen und Kettenhemden durchschlagen konnten.[12] Auch hier haben moderne Schießversuche gezeigt, dass Pfeile mit Bodkinspitze bei einem Auftreffwinkel von 50 Grad einen Plattenharnisch von 1,5 mm Plattenstärke durchschlagen können.[14]

    Die Pfeile wurden zu Bündeln von je 24 Pfeilen in Leinenbehältern transportiert. Während des Gefechtes trug der Bogenschütze diese entweder als Bündel in seinem Gürtel oder in einem Transportbehälter. Häufig steckte der Schütze seine Pfeile vor sich in den Boden. Solche durch Erdreich verunreinigte Spitzen führten bei den Getroffenen oft zu schwerwiegenden Entzündungen der Wunden.[12]

    Auf englischer Seite sollte die Schlacht überwiegend zu Fuß ausgefochten werden. Die Schlachtordnung bestand aus drei Blöcken, zwischen denen vermutlich zwei Gruppen an Bogenschützen platziert waren.[23] Der rechte Block wurde durch Edward of Norwich, 2. Duke of York, der mittlere von Heinrich V. und der linke von Lord Thomas Camoys befehligt. Die Linie der Gewappneten war etwa vier bis fünf Mann tief.[21] Die Flügel bestanden wiederum aus Bogenschützen und waren möglicherweise etwas vorgezogen.[24] Geführt wurden die Bogenschützen von Sir Thomas Erpingham, einem sehr schlachterfahrenen Ritter, der bereits unter Heinrich IV. gedient hatte. Die Anzahl der auf Seiten der Franzosen Kämpfenden ist seit langem stark umstritten, während über die Truppenstärke der englisch-walisischen Seite weitgehend Konsens bestand, dass sie aus etwa 1.000 Gewappneten und 5.000 Bogenschützen bestand. Anne Curry ist jedoch aufgrund der dokumentierten englischen Soldzahlungen der Ansicht, dass die britische Seite unterschätzt wird und geht von mindestens 1.593 Gewappneten und 7.139 Bogenschützen aus.[26] Ungewöhnlich am englisch-walisischen Heer war daher nicht die geringe Größe, sondern eine Zusammensetzung, bei der die Gewappneten nicht einmal ein Viertel der Truppen ausmachten.[27]

    Zeitgenössische britische Quellen nennen auf Seite der Franzosen 60.000 bis 150.000 Mann, hingegen tendieren zeitgenössische französische Quellen dazu, die Anzahl der Schlachtbeteiligten auf französischer Seite herunterzuspielen und nennen zwischen 8.000 und 50.000 Mann. Die teils extrem hohen Angaben in den zeitgenössischen Quellen von 60.000 Beteiligten oder sogar mehr entsprechen jedoch nicht den modernen Forschungsergebnissen und sind schon aus logistischer Sicht nicht haltbar.[28] Die Historikerin Juliet Barker schätzt die französischen Schlachtbeteiligten auf knapp 22.000.[29] Anne Curry geht dagegen nur von einer Truppenstärke von 12.000 Mann aus, von denen mindestens zwei Drittel Gewappnete waren.[26] Sie vertritt die Ansicht, dass es den Franzosen nicht gelang, rechtzeitig ihre Truppen zusammenzuziehen. Während die meisten modernen Historiker das Fehlen einiger französischer Hochadeliger und ihrer Gefolge ausschließlich dem zeitgenössischen innerfranzösischen Machtkampf zuschreiben, lässt Anne Curry das nur für einige wenige gelten.[30]

    Es gibt darüber hinaus gute Argumente sogar für eine zahlenmäßige Unterlegenheit der Franzosen. So sind die französischen zeitgenössischen Quellen der pro-englischen Seite zuzuschlagen und insofern an einer Übersteigerung der Niederlage interessiert. Außerdem waren durch einen fünftägigen parallelen Marsch, den die Franzosen durch höheres Tempo unter Zurücklassung langsamer Truppenteile schneller vollzogen, um sich den Engländern in den Weg zu legen, die französischen Truppen nicht geschlossen versammelt. Schließlich spricht die defensive Aufstellung der Franzosen und die im Zentrum abgesessenen Ritter, die traditionell auf ihre Offensivkraft zu Pferde vertrauten, gegen deren zahlenmäßige Überlegenheit. Hans Delbrück schätzt die Stärke der Franzosen sogar nur auf 4.0006.000 Mann.[31] Juliet Barker nennt den Tötungsbefehl Heinrichs V. folgerichtig und weist darauf hin, dass dieser Befehl nicht einmal von zeitgenössischen französischen Chronisten kritisiert wurde.[68] Heinrichs Truppen waren nach den drei Stunden Kampf physisch und emotional erschöpft. Er verfügte über keine Informationen über die Stärke der sich neu gruppierenden französischen Truppen und musste damit rechnen, dass die französischen Gefangenen, die lediglich entwaffnet und von einigen wenigen Engländern bewacht wurden, erneut zu den Waffen griffen.[68] Anne Curry ist nach ihren Quellenrecherchen zu einem ähnlichen Schluss wie Juliet Barker gekommen, sie bezweifelt jedoch, dass Heinrich V. zu diesem Zeitpunkt vom Angriff auf den Bagagetross wusste.[74] Der Historiker Martin Clauss vertritt dagegen die Ansicht, dass die Engländer auf Befehl Heinrichs V. gängige kriegsrechtliche Konventionen ihrer Zeit brachen, deren ritterliche Normen und Regeln eine Schonung Gefangener verlangten.[75] Zeitgenössische englische Chroniken verschweigen seiner Ansicht nach dieses Kriegsgräuel oder deuten es nur an, weil sie im Umkreis des englischen Königshofes entstanden.[76] Zeitgenössische französische Quellen fokussieren vor dem Hintergrund der innerfranzösischen Machtkämpfe auf das Fehlverhalten der eigenen Seite. So sehen burgundische Chronisten die Verantwortung für den Angriff auf den englischen Tross bei Heerführern der Armagnaken, die damit auch die Schuld am Tod der französischen Gefangenen haben.[77] Auch nach über 600 Jahren ist die Schlacht immer noch tief im kollektiven Bewusstsein der Briten als größter englischer Sieg der (Militär-)Geschichte verankert nicht zuletzt auch deshalb, weil es ein Sieg gegen den Erzfeind, die Franzosen, war. So taucht Azincourt neben den Schlachten von Trafalgar (1805 gegen Villeneuve) und Waterloo (1815 gegen Napoléon) in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen in der britischen Regenbogenpresse auf, wenn es um das aktuelle (in diesen Fällen immer angespannte) Verhältnis des Königreiches zu seinem Nachbarn Frankreich geht. In der Debatte am 1. Februar 2017 um den Brexit meinte der konservative Abgeordnete Jacob Rees-Mogg im britischen Unterhaus, der Tag des EU-Referendums werde als einer der wichtigsten Tage in die britische Geschichte eingehen und in Zukunft mit den Schlachten von Azincourt und Waterloo gleichgesetzt werden.[88]

    Die erste Abteilung der französischen Fußtruppen vermutlich achttausend Mann in acht dichtgedrängten Reihen setzte sich zeitgleich mit dem Angriff der französischen Berittenen in Marsch. Sie hätten nach Schätzungen von John Keegan die Reihe der englischen Fußtruppen unter normalen Umständen in drei bis vier Minuten erreicht. Mehrere Faktoren verhinderten das. Wer von den Fußtruppen wie zu dieser Zeit bereits weitgehend üblich[52] auf einen Schild verzichtete, war gezwungen, das Visier herunterzulassen, um sein Gesicht vor den Pfeilen zu schützen. Das behinderte allerdings die Atmung und schränkte die Sicht erheblich ein. Wegen der dichten Reihe waren sie aber auch bei einem frühzeitigen Erkennen der auf sie zugaloppierenden Pferde nicht in der Lage, die Reihen schnell genug zu öffnen, um sie hindurchzulassen.[53] Einige der Männer wurden zu Boden getrampelt und die Bewegung der Ausweichenden und Fallenden brachte den Vormarsch ins Stocken.[54]

    Die Schlacht von Azincourt ist die am besten und umfangreichsten dokumentierte Schlacht des Mittelalters. Viele der Originaldokumente wie Stammrollen, Steuerunterlagen, Briefe und sogar der von den Franzosen circa zwei Wochen vor dem Ereignis angefertigte Schlachtplan sind über die Jahrhunderte erhalten geblieben und befinden sich verstreut in zahlreichen Bibliotheken. Daneben haben viele zeitgenössische Chronisten auf englischer und französischer Seite von dieser Schlacht berichtet.

  10. Bataille d'Azincourt — Wikipédia

    fr.wikipedia.org/wiki/Bataille_d'Azincourt

    La bataille d'Azincourt (en anglais : Battle of Agincourt) se déroule le 25 octobre 1415 pendant la guerre de Cent Ans.. Les troupes françaises, fortes d'environ 10 000 hommes [2], tentent de barrer la route à l'armée du roi d'Angleterre Henri V, forte d'environ 8 000 hommes [3] et qui tente de regagner Calais, devenue anglaise depuis 1347.