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  1. Deutsche Sprache – Wikipedia

    de.wikipedia.org › wiki › Deutsche_Sprache

    6 days ago · Deutsch ([ dɔɪ̯tʃ ]; abgekürzt dt. oder dtsch.) ist eine plurizentrische westgermanische Sprache, die weltweit etwa 90 bis 105 Millionen Menschen als Muttersprache und weiteren rund 80 Millionen als Zweit- oder Fremdsprache dient.

  2. German language - Wikipedia

    en.wikipedia.org › wiki › Deutsche_Sprache

    Apr 02, 2021 · A Standard German speaker German (Deutsch, pronounced [dɔʏtʃ] (listen)) is a West Germanic language mainly spoken in Central Europe. It is the most widely spoken and official or co-official language in Germany, Austria, Switzerland, South Tyrol in Italy, and Liechtenstein.

  3. People also ask

    Was waren die Einflüsse anderer Sprachen auf die deutsche Sprache?

    Was ist die deutsche Sprache in den Vereinigten Staaten?

    Was ist die deutschsprachige Wikipedia?

    Wie werden die verschiedenen Varianten der deutschen Sprache zusammengefasst?

  4. Deutschsprachige Wikipedia – Wikipedia

    de.wikipedia.org › wiki › Deutschsprachige_Wikipedia
    • Zusammenfassung
    • Überblick
    • Kritik
    • Statistik
    • Hintergrund
    • Gründung
    • Kontroversen
    • Probleme
    • Entwicklung
    • Nutzung
    • Verbreitung
    • Überlieferung
    • Auszeichnung
    • Historie
    • Struktur

    Die deutschsprachige Wikipedia ist die Ausgabe der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia in deutscher Sprache.

    Sie wurde im März 2001 als erste weitere Sprachausgabe etwa zwei Monate nach der englischsprachigen Wikipedia gegründet.[1] Was die Anzahl der Artikel betrifft, gilt sie mit aktuell 2.347.038 Artikeln nach der englischsprachigen sowie den stark von computergenerierten Artikeln geprägten schwedischsprachigen und cebuanosprachigen Wikipedia-Ausgaben als viertgrößte Wikipedia. Gemessen an der Anzahl der Artikel-Bearbeitungen, aber auch der Administratoren, Autoren und der besonders aktiven Autoren ist die deutschsprachige Wikipedia nach der englischsprachigen Wikipedia die zweitgrößte.[2]

    Einer der engagiertesten Mitarbeiter und Förderer des Projekts in den Anfangsmonaten war Kurt Jansson, damals Soziologiestudent in Berlin.[4]

    Am 19. August 2001 zählte die deutschsprachige Wikipedia 1000 Seiten.[11] Im September 2008 gab es mehr als 800 Millionen Zugriffe auf die deutschsprachige Wikipedia im Monat.[18] Am 27. Dezember 2009 überschritt die deutschsprachige Wikipedia die Marke von 1.000.000 Artikeln, als Jubiläumsartikel gilt Ernie Wasson. Die Marke von 1.500.000 Artikeln wurde knapp drei Jahre später, am 18. November 2012 überschritten; als Meilensteinartikel gilt Baracke Wilhelmine. Vier Jahre später, am 19. November 2016, folgte der 2.000.000. Artikel. Rund 72 Prozent der Internetnutzer ab einem Alter von zehn Jahren haben in Deutschland im ersten Quartal 2011 bei ihren Recherchen bevorzugt Wikipedia und andere Onlinenachschlagewerke verwendet.[25] Im April 2019 hatte die deutschsprachige Wikipedia knapp 355.000 einzigartige Kategorien. Der durchschnittliche Artikel in dieser Sprachversion hatte 5 Kategorien, während die Anzahl der eindeutigen Kategorien pro Artikel 0,155 betrug. Die größte Anzahl von Artikeln hatte die Kategorie Personen (15 %) und Organisationen (13 %). Anhand von WikiRank werteten die Forscher Lewoniewski, Węce und Abramowicz 2019 verschiedene Sprachversionen der Wikipedia aus. Dabei hatten in der deutschsprachigen Wikipedia Artikel zum Thema Events und Technologie die höchste durchschnittliche Qualität. Inhalte über Unterhaltung wurden häufiger gelesen und hatten im Durchschnitt das höchste Interesse der Autoren.[28] Die deutschsprachige Wikipedia macht zwischen sieben und acht Prozent des globalen Wikipedia-Traffics aus. Einer Wikimedia-Statistik zufolge kamen 79,6 % der Seitenaufrufe der deutschsprachigen Wikipedia aus Deutschland, 8,3 % aus Österreich und 6,2 % aus der Schweiz.[56] Die übrigen 5,9 % stammten aus der restlichen Welt, insbesondere den Vereinigten Staaten, Luxemburg, Italien (Südtirol), Belgien und Namibia. Die deutschsprachige Wikipedia ist in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und in Luxemburg die meistgelesene Ausgabe der Wikipedia.[57] Laut einer Umfrage gaben im November 2015[61] 79 Prozent der Internetnutzer ab 14 Jahren in Deutschland an, Wikipedia zu nutzen. Die meisten Nutzer von Wikipedia gibt es demzufolge mit 92 Prozent in der Altersgruppe der 14- bis 29-jährigen Internetnutzer. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es demnach 84 Prozent und 74 Prozent zwischen 50 und 64 Jahren. Bei den über 65-jährigen Internetnutzern liegt der Anteil der Wikipedia-Nutzer laut Befragung bei 43 Prozent.[62]

    Am 24. Februar 2004 und in den folgenden Tagen berichteten erstmals große Medien in Deutschland über Wikipedia. Angefangen mit Spiegel Online[15] und am Tag darauf mit einem Bericht in den ARD-Tagesthemen[16] (zirka 2,26 Millionen Zuschauer) wurde Wikipedia deutschlandweit bekannt. Deshalb und durch parallele weitere Medienberichte verdoppelten sich die Nutzerzahlen und Seitenzugriffe innerhalb weniger Tage. Die Server der Wikipedia brachen dabei immer wieder kurzzeitig unter dem Ansturm der neuen Nutzer zusammen.

    Am 13. Juni 2004 wurde der Verein Wikimedia Deutschland  Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e. V. gegründet.

    Im Jahr 2010 erreichte eine Wikipedia-interne Debatte um das Thema Der Donauturm  Aussichtsturm oder Fernsehturm ein Ausmaß, das die Aufmerksamkeit überregionaler Medien weckte. Dabei kamen neben der sachlichen Frage auch Animositäten und Meinungsunterschiede zwischen deutschen und österreichischen Autoren zu Tage.[24] Ebenso kommt es bei Schweizer, Liechtensteiner oder Luxemburger Themen gelegentlich zu Konflikten wegen der unterschiedlichen Rechtschreibung und kultureller Unterschiede.

    Die Kompetenzen von Administratoren beschränkten sich anfangs auf das Löschen und Schützen von Seiten und das Sperren unangemeldeter Nutzer. Sperren angemeldeter Nutzer musste ein Serveradministrator direkt über die Datenbank vornehmen, ebenso das Verleihen der Administratorenrechte nach der Wahl. Ab dem 25. Februar 2004 wurde die Funktion, angemeldete Nutzer zu sperren, aktiviert und die ersten beiden Sperren wurden verhängt.[31] Die Adminfunktion, direkt per SQL-Abfrage lesend auf die Datenbank zuzugreifen, wurde aus Sicherheitsgründen 2005 deaktiviert.[32]

    Im Jahr 2004 übernahm die neu eingeführte Benutzergruppe der Bürokraten die Vergabe der Administratorrechte. Im Februar 2004 wurden die Benutzer Sansculotte und ein paar Tage später Head zu den ersten beiden Bürokraten gewählt.[33][34] Später wurde die Zahl auf drei erhöht, und derzeit gibt es fünf Bürokraten in der deutschsprachigen Wikipedia. Auch die Kompetenzen wurden erweitert: Anfangs nur für die Vergabe von Administratorrechten zuständig, übernahmen die Bürokraten später auch die Umbenennung von Benutzernamen. Im Jahr 2008 erschien das 992 Seiten umfassende einbändige Buch Das Wikipedia-Lexikon in einem Band aus den ersten Absätzen der knapp 20.000 am häufigsten aufgerufenen Artikel im Bertelsmann-Verlag. Seit Juni 2009 können bei PediaPress selbst zusammengestellte Books-on-Demand aus Wikipedia-Inhalten bestellt werden.

    Zahlreiche Websites nehmen das Angebot der freien Lizenz wahr und spiegeln Wikipedia-Inhalte, einige verdienen dabei an der Einblendung von Anzeigen. Daneben entstanden auch mehrere Versionen für Handy und Smartphone.[39]

    In der Offline-Verbreitung spielte die deutschsprachige Wikipedia eine Vorreiterrolle. Der Münchner Wikipedianer Thomas Karcher stellte den ersten WikiReader zusammen, eine Auswahl der Wikipedia-Artikel zum Thema Schweden, der im Juni 2004 in einer Auflage von 1500 Exemplaren erschien.[40] Ungefähr zeitgleich ließ auch Thomas Koll einen WikiReader zum Thema Internet drucken.

    Im Herbst 2004 veröffentlichte der Berliner Verlag Directmedia Publishing in Zusammenarbeit mit der Wikipedia-Community eine erste CD-Version der Wikipedia. Etwa halbjährlich erscheinen seitdem DVD-Ausgaben, die auch frei im Netz zum Download bereitgestellt wurden.

    Im Jahr 2005 erhielt die deutschsprachige Wikipedia den Grimme Online Award in den Kategorien Wissen und Bildung sowie Publikumspreis.[42]

    Der erste groß angelegte Vergleich der deutschsprachigen Wikipedia mit den etablierten digitalen Nachschlagewerken Microsoft Encarta Professional 2005 und Brockhaus multimedial 2005 Premium erschien im Oktober 2004 in der Computer-Fachzeitschrift ct (Ausgabe 21/04). Dort erreichte sie im Inhaltstest die höchste durchschnittliche Gesamtpunktzahl, in der Kategorie Multimedia schnitt die freie Enzyklopädie dagegen schlecht ab  ähnliche Wertungen erzielte die deutschsprachige Wikipedia kurz darauf in einem Lexikavergleich der Wochenzeitung Die Zeit. Beide Tests basierten auf einer kleinen Stichprobe von insgesamt 60 bis 70 Artikeln aus verschiedenen Themengebieten. 2007 führte die ct einen weiteren Vergleich zwischen Bertelsmann Enzyklopädie 2007, Brockhaus multimedial 2007 Premium, Encarta 2007 und Wikipedia durch, bei dem Wikipedia hinsichtlich Fehlerzahl nicht schlechter als die kommerziellen Enzyklopädien abschnitt und in den Kategorien Vollständigkeit und Aktualität vorne lag. Dabei empfanden die Tester die Artikel der Wikipedia vielfach als zu ausführlich und langatmig.[45]

    Im internen Namensraum der Wikipedia also mit der Wikipedia-Community als Leserzielgruppe werden mehrere Zusammenfassungen von externen Beiträgen oder Publikationen über die Wikipedia gepflegt. Im Pressespiegel[48] und im Außenspiegel[49] werden Presseartikel zusammengestellt. Des Weiteren gibt es das interne Magazin Kurier[50] sowie  als Selbstreflexion  eine Artikelsammlung[51] zu Sprachversionen der Wikipedia sowie ihr nahestehenden Projekten und Vorgängen.

    • Wikipedia-Gemeinschaft
    • Deutsch
  5. Deutsche – Wikipedia

    de.wikipedia.org › wiki › Deutsche
    • Definition
    • Etymologie
    • Sprache
    • Herkunft
    • Morphologie
    • Hintergrund
    • Ursprung
    • Vorgeschichte
    • Positionen
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    • Übersicht
    • Status

    Das Ethnonym Deutsche wird in vielfältiger Weise verwendet. Im Sinne von ethnischen Deutschen wird darunter die Gruppe von Menschen verstanden, deren Angehörige Deutsch als Muttersprache sprechen und spezifisch deutsche kulturelle Merkmale[1] aufweisen. Oft wird auch eine gemeinsame Herkunft postuliert; eine völkische Konzeption der Deutschen sieht dabei in einer gemeinsamen Abstammung das primäre Unterscheidungsmerkmal zwischen Deutschen und Nichtdeutschen. Im juristischen Sinne bilden alle deutschen Staatsbürger, ungeachtet ihrer deutschen oder anderen Ethnie, das deutsche Staatsvolk.[2] Es gibt enge Wechselbeziehungen, aber auch Konfliktpotential zwischen den verschiedenen Konzeptionen, insbesondere einerseits zwischen dem Ethnienkonzept, das die Deutschen als Nachfahren des die deutsche Sprache sprechenden Bevölkerungsteils des Ostfrankenreiches betrachtet, aber später nationalistisch umgedeutet wurde, sowie andererseits den Bestimmungen über die rechtliche Zugehörigkeit zu Deutschland. Ein Merkmal der Auseinandersetzung mit der deutschen Ethnie ist, dass die Konzeptionen einer deutschen Nation kontroverser diskutiert werden als z. B. die nationalen Konzeptionen der Franzosen, Polen oder Italiener. Die Deutschen selbst sagen mehrheitlich laut mehreren Untersuchungen, das entscheidendste Kriterium, um deutsch zu sein, sei die Anwendung der deutschen Sprache. Nach einer Studie des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung definiert die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung das Deutschsein nicht mehr ausschließlich über Abstammung, sondern über andere Kriterien.[17] Demnach waren 96,8 % der Befragten der Meinung, wer Deutsch nutzt, ist deutsch. Des Weiteren meinten 78,9 %, dass sie den deutschen Pass fürs Deutschsein voraussetzen. Dass jemand deutsche Vorfahren haben müsse, um deutsch zu sein, vertraten 37 %. De jure sind alle Personen Deutsche, welche Sonderfälle stellen Personen dar, die 1945 als deutsche Staatsbürger ihren Wohnsitz östlich der Oder-Neiße-Linie beibehalten haben, und Personen, die nach Art. 116 Abs. 2 GG einen Anspruch darauf haben, dass ihre illegale Ausbürgerung aus politischen beziehungsweise rassischen Gründen zwischen 1933 und 1945 rückgängig gemacht wird. Die Nachkommen beider Gruppen haben einen Rechtsanspruch auf Bestätigung der deutschen Staatsangehörigkeit, wenn sie einen entsprechenden Antrag stellen. Hierbei handelt es sich vor allem um Staatsbürger der Republik Polen[36] und Israels.[37] Der Begriff nationale Minderheit ist im Sinne des Rahmenübereinkommens des Europarates zum Schutz nationaler Minderheiten zu verstehen, das Deutschland am 11. Mai 1995 unterzeichnet hat.[39] In Artikel 3 dieses Übereinkommens heißt es: Jede Person, die einer nationalen Minderheit angehört, hat das Recht, frei zu entscheiden, ob sie als solche behandelt werden möchte oder nicht; aus dieser Entscheidung oder der Ausübung der mit dieser Entscheidung verbundenen Rechte dürfen ihr keine Nachteile erwachsen. Ein polnischer Staatsbürger deutscher Abstammung hat also beispielsweise das Recht, selbst zu entscheiden, ob er als Deutscher eingestuft und behandelt werden möchte oder nicht, und Deutschtumsprüfungen finden bei Angehörigen der nationalen Minderheit der Deutschen dort, wo sie anerkannt sind, nicht statt. Die letztgenannte Regelung gilt allerdings nicht für Personen, die als Spätaussiedler anerkannt und Bundesbürger werden möchten. Personen deutscher Staatsangehörigkeit, die ins Ausland gezogen sind, werden als Auslandsdeutsche bezeichnet. Der größte Teil der Personen, die als Deutsche bezeichnet werden, lebt heute in Deutschland, dem deutschen Nationalstaat.[45] Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik führten nur diese beiden Staaten noch das Wort Deutsch beziehungsweise Deutschland in ihrem Staatsnamen. Art. 116 des Grundgesetzes umfasst mit dem Begriff Deutscher mehr Menschen als jene mit deutscher Staatsangehörigkeit, nämlich auch die sogenannten Statusdeutschen, deren Zahl allerdings inzwischen als sehr gering angenommen wird. Wenn nach der deutschen Wiedervereinigung von Deutschen die Rede ist, sind in der Regel Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit gemeint. Nicht alle Einwohner Deutschlands sind deutsche Staatsangehörige und nicht alle deutschen Staatsangehörigen sind ethnische Deutsche. Die nicht vorhandene deutsche Staatsangehörigkeit eines in der Bundesrepublik lebenden Menschen darf nur dann zur Abwehr von Ansprüchen rechtlich geltend gemacht werden, wenn sich der Betreffende dabei auf ein Bürgerrecht beruft. Ansonsten verbietet es Art. 3 des Grundgesetzes, Menschen auf Grund ihrer Abstammung und Herkunft zu benachteiligen oder zu bevorzugen. In der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wurde eine rein ethnische Definition der Deutschen zunehmend infrage gestellt, zunächst durch wachsende Arbeitsmigration seit den 1950er-Jahren. Nach der Wiedervereinigung und dem Zusammenbruch der Sowjetunion sank mit der Zahl der Statusdeutschen auch das Bedürfnis nach einer über die Staatsgrenzen Deutschlands hinausreichenden Definition der Deutschen, so dass bei der Reform des Jahres 2000 in das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht erstmals seit Beginn des 20. Jahrhunderts wieder Elemente des Geburtsortsprinzips (ius soli) Eingang fanden.

    Erster Beleg für den Begriff ist eine Stelle aus der gotischen Bibelübersetzung des Wulfila um 360. Er bezeichnet die Nichtjuden, die heidnischen Völker, mit dem Adjektiv thiudisko.[3] Im Zusammenhang mit den Begriffen Deutschtum und Deutschtümelei bzw. übertriebener Betonung des deutschen Wesens ist auf die bereits oben hervorgehobene Herkunft und ursprüngliche Bedeutung des Wortes deutsch hinzuweisen. Sie stellte zunächst eine abgrenzende Bezeichnung von keltischen Bewohnern westeuropäischer Gebiete dar und hat daraus abgeleitet auch eine geschichtliche Bedeutung angenommen. Die Bezeichnung deutsch ist aus dieser Sicht am besten aus dem Gegensatz zu welsch richtig zu verstehen und zu beurteilen. Der Begriff deutsch ist so gesehen zwar eine Bezeichnung sprachlich germanischen Ursprungs, wurde aber zunächst vor allem in der latinisierten Form theodisca lingua als amtliche Bezeichnung der germanischen (altfränkischen) Sprache im Reich Karls des Großen gebraucht.[43] Auch die Bezeichnung Germanien ist ein römischer Begriff und kein Name, den sich die so bezeichneten Völker selbst gegeben haben. Geschichtlich spielte die Situation der Völkerwanderung und der politisch vom Römischen Reich angestrebten Romanisierung Germaniens eine entscheidende Rolle. Die negative Bewertung und Bedeutung des Begriffs Deutschtümelei hängt zusammen mit einer rein abgrenzenden Haltung zwischen diesen kulturellen und sprachlichen Einflüssen. Das Moment der Abgrenzung und Ausgrenzung klingt jedoch nicht nur in dem Begriffspaar welsch und deutsch an, sondern auch in dem Begriff der Barbaren. Dies war in der Antike eine Sammelbezeichnung ursprünglich für alle der griechischen und später auch der römischen Kultur fernstehenden Völker.[44]

    Die Sprache germanischer bzw. altdeutscher Stämme wurde erstmals mit diutisc oder theodisk bezeichnet in einem Brief des päpstlichen Nuntius Gregor von Ostia an Papst Hadrian I. über zwei Synoden, die 786 in England stattgefunden hatten. Im Brief hieß es wörtlich, dass die Konzilsbeschlüsse tam latine quam theodisce (auf Latein wie auch in der Volkssprache) mitgeteilt wurden, damit alle es verstehen könnten (quo omnes intellegere potuissent).[4] In seiner (althoch-)deutschen Form diutsch bzw. tiutsch lässt es sich zuerst in den Schriften Notkers des Deutschen belegen.

    Erst seit dem 10. Jahrhundert bürgerte sich die Anwendung des Wortes diutisc auf die Bewohner des Ostfrankenreichs ein, von dem heute der flächenmäßig größte Anteil zu Deutschland gehört. Die Vorfahren der Deutschen sind im Wesentlichen östlich des Rheins angesiedelte Westgermanen, die sich während der Völkerwanderung zu Großstämmen (also Sachsen, Thüringer, Franken, Alemannen und Baiern) formierten. Im heutigen West-, Mittel- und Süddeutschland lebten vor der germanischen Landnahme um die Zeitenwende vor allem Kelten. Diese wurden in den Gebieten bis zu den Grenzen des römischen Reiches offenbar relativ schnell assimiliert oder ersetzt. Südwestlich des Limes lebten bis in die Spätantike romanisierte Kelten (Gallo-Römer), die aber insbesondere in den Grenzbereichen zusehends mit germanischen Föderaten durchsetzt worden sein dürften. Nach dem Untergang des Römischen Reiches nahm der größte Teil dieser Gallo-Romanen offenbar relativ bald die germanischen Sprachen an, obwohl einige romanische Sprachinseln, wie etwa das Moselromanische, auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland bis ins hohe Mittelalter überdauerten. Kelten beziehungsweise Galloromanen trugen insbesondere zur Entstehung der Alemannen und Bajuwaren bei. Ab dem 7. Jahrhundert wanderten in den östlichen Gebieten des früheren und heutigen Deutschland zunehmend Slawen ein, assimilierten sich und wurden somit ebenfalls zu einer wichtigen Vorfahrengruppe der Deutschen.

    Aufgrund der Deklinationsregeln für Adjektive bekommt die Nationalitätsbezeichnung eine ungewöhnliche Vielfalt von Formen. Bei der korrekten Formenbildung sind selbst viele Muttersprachler unsicher: Heißt es alle Deutsche oder alle Deutschen, wir Deutsche oder wir Deutschen? Die sogenannten starken oder schwachen Formen sind nach dem Duden beide akzeptabel.[5][6] Wegen der adjektivischen Form gibt es auch keine feminine Ableitungsform (vgl. die Deutsche die Italienerin oder im Plural: die deutschen Frauen die Italienerinnen).

    Die Vorstellung einer ethnisch-kulturellen Einheit der Deutschen ist ab etwa Beginn des 19. Jahrhunderts, seit den Freiheitskriegen gegen die napoleonische Herrschaft, die wichtigste Grundlage deutscher Nationskonzepte. Da kein deutscher Nationalstaat existierte, konstituierte sich das Konzept der Volksgemeinschaft nicht über einen Staat, sondern über Vorstellungen kultureller (insbesondere auch sprachlicher) Identität und gemeinsamer Abstammung.[11] Dies prägt das deutsche Nationalverständnis bis in die Gegenwart und äußert sich etwa in den Bestimmungen über die deutsche Staatsangehörigkeit.[12] Nach Friedrich Meinecke wird eine solche Nation als Kulturnation von Staatsnationen auf der anderen Seite abgegrenzt,[13] wonach die deutsche Nation neben der italienischen eine der ersten primär kulturell und ethnisch konzipierten Nationen sei. Eine entsprechende Regelung wurde bereits im Deutsch-dänischen Abkommen vom 29. März 1955 vereinbart. Dort erklärt die dänische Regierung: Das Bekenntnis zum deutschen Volkstum und zur deutschen Kultur ist frei und darf von Amts wegen nicht bestritten oder nachgeprüft werden.[40] Die Bundesrepublik Deutschland fördert deutsche Minderheiten in den Ländern, mit denen sie in den 1990er-Jahren die o. g. Verträge abgeschlossen hat. Allerdings werden ausschließlich Mittlerorganisationen begünstigt. Eine direkte Förderung von Individuen, die der deutschen Minderheit angehören, findet nicht statt. Rechtsansprüche gegen den deutschen Staat, die über die Garantien des Art. 116 GG hinausgehen, haben Angehörige deutscher Minderheiten nicht[41] ( Bleibehilfen).

    Der Ursprung Deutschlands beruht letztendlich auf dem systematischen Eroberungswillen und den organisatorischen Fähigkeiten der Merowingerkönige und Karls des Großen sowie auf der Auseinanderentwicklung des Ostfränkischen und Westfränkischen Reiches. Der Begriff deutsch, als Selbstbezeichnung für die germanisch sprechenden Bewohner im alten Deutschen Reich taucht dagegen erst im hohen Mittelalter auf. Im Zuge der hochmittelalterlichen Siedlungsbewegung nach Osten gingen große Teile der Westslawen, die ab dem späten 6. und 7. Jahrhundert in die von den Germanen während der Völkerwanderung weitgehend geräumten Gebiete eingewandert waren (in etwa identisch mit den neuen Bundesländern östlich der Linie ElbeSaale, dem östlichen Holstein, dem niedersächsischen Wendland und Teilen Oberfrankens sowie dem östlichen Österreich siehe Germania Slavica), in der deutschsprachigen Bevölkerung auf. Letzte nicht-assimilierte Gruppen dieser Slawen sind die heute zweisprachigen Sorben in der Lausitz (max. 60.000) und in gewisser Weise auch die Kärntner Slowenen in Österreich, welche aber anders als die Sorben eine direkte Fortsetzung des slowenischen Siedlungsgebiets im heutigen Slowenien darstellen.

    Im Heiligen Römischen Reich, das seit etwa 1550 den Zusatz Deutscher Nation trug, bildeten sich unterhalb des Kaisertums zunehmend selbstständige Territorien heraus, deren Untertanen dabei auch eine entsprechende, auf den Kleinstaat bezogene Identität entwickelten: So kämpfte man in Kriegen für seinen Fürsten gegen das Heer des Nachbarfürsten, auch wurde die Art der Religionsausübung im Zeitalter der Reformation nicht von einer gesamtdeutschen Autorität bestimmt (anders als etwa in England oder Frankreich), sondern vom jeweiligen Territorialherren. Daher beschränkte sich eine deutsche Identität naturgemäß mehr auf den sprachlichen und kulturellen Bereich. Dieser wurde allerdings mit der Zeit, vor allem aber auch durch die vermehrte Teilhabe der Bevölkerung an der Schriftkultur, immer wichtiger. Ulrich von Hutten und Martin Luther konnten daher mit ihrem Kampf gegen welsche Kirchenherrschaft auf breite Unterstützung bauen. So wandte sich Luther 1520 in einer seiner Hauptschriften an den christlichen Adel deutscher Nation. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus im Ostteil Europas und der Auflösung des Warschauer Pakts schloss die Bundesrepublik Deutschland Verträge, durch die sich die Vertragspartner zum Schutz der deutschen Minderheit in ihren Staatsgebieten verpflichten. Es handelt sich um die folgenden Verträge: Teile des 18. und 19. Jahrhunderts waren gekennzeichnet durch die Zuspitzung des Konflikts zwischen Preußen und Österreichern um die Vormachtstellung innerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, was im Deutschen Dualismus mündete. 1806 legte der letzte römisch-deutsche Kaiser, Franz II., seine Krone nieder, da sich zahlreiche deutsche Fürsten dem vom französischen Kaiser Napoleon I. geschaffenen Rheinbund angeschlossen hatten. Bereits 1804 war das Kaisertum Österreich entstanden, indem sich Kaiser Franz II. als Franz I. zum Kaiser von Österreich krönen ließ. Nachdem Österreich im Sommer 1813 dem Bündnis von Preußen und dem Russischen Reich gegen Napoléon beitrat und in der Völkerschlacht bei Leipzig dem französischen Kaiser eine schwere militärische Niederlage beibrachten, war damit der Grundstein für den 1815 gegründeten Deutschen Bund gelegt, der Preußen und Österreich wiederum verband. Als in der Revolution von 1848 die Errichtung eines deutschen Nationalstaates möglich schien, stritt man sich heftig darum, ob zusammen mit Österreich eine Großdeutsche Lösung gefunden werden könne. Das Habsburgerreich umfasste auch zahlreiche Gebiete, in denen Deutsche nur eine Minderheit darstellten, wie beispielsweise Böhmen und Ungarn, deren Einbeziehung im Widerspruch zu einer nationalstaatlichen Lösung gestanden hätte. Die deutsche Frage wurde 1867 bzw. 1870/71 dadurch geklärt, dass das Königreich Preußen zunächst den militärischen Sieg über Österreich erzielte, den Norddeutschen Bund gründete und daraufhin die Lösung eines weitgehend preußisch geprägten Deutschen Reiches ohne Österreich durchsetzte ( Kleindeutsche Lösung). Dennoch bestanden bündnispolitische Verbindungen weiter fort, hinzu kamen die üblichen kulturellen Verbindungen, wie sie zwischen befreundeten Nachbarstaaten üblich sind.

    Anhand der Frage, ob jemand ethnisch Deutscher werden kann, lassen sich die Anhänger der Assimilationshypothese von denen der Abstammungshypothese unterscheiden.[22] Die Assimilationshypothese besagt, dass die Anpassung an zentrale kulturelle Merkmale von Bedeutung sei. Dies seien vor allem die Beherrschung der deutschen Sprache, zuweilen die Nichtzugehörigkeit zum Islam, die Wohndauer in Deutschland und ein deutscher Ehepartner. Die Abstammungshypothese dagegen behauptet, dass man deutsch sein nicht lernen könne: deutsch sei man demnach nur, wenn die Eltern Deutsche sind. Auch Bassam Tibi, deutscher Politikwissenschaftler syrischer Herkunft, stellt dazu ausdrücklich fest: Eine ethnische Identität kann nicht erworben werden.[23] Laut einer Studie von Tatjana Radchenko und Débora Maehler aus dem Jahr 2010 stimmt nur einer von 123 befragten Migranten und kein befragter autochthoner Deutscher der Aussage zu: Man kann nie wirklich deutsch werden.[24]

    Laut einer Studie der Humboldt-Universität zu Berlin mit dem Titel Deutschland postmigrantisch, für die über 8.200 Menschen befragt wurden, sind 2014 noch 37 Prozent der Ansicht, dass deutsche Vorfahren wichtig seien, um Deutsche oder Deutscher sein zu können. Über 40 Prozent der Bevölkerung sind der Meinung, man müsse dafür akzentfrei Deutsch sprechen. 38 Prozent der Bevölkerung geben an, wer ein Kopftuch trage, könne nicht deutsch sein.[25] Die These, auch Anhänger der Assimilationshypothese hätten Probleme damit, in Muslimen ethnische Deutsche zu sehen, wird von der Gesellschaft muslimischer Sozial- und Geisteswissenschaftler bestätigt: Diese haben den Eindruck, jedes Festhalten an genuin islamischen Positionen, die nicht dem von westlich-abendländischer Seite gesetzten Rahmen für Religiosität, Integrationskriterien und deutsche Identität entsprechen, könne von der Mehrheitsgesellschaft nur als gefährliche Abweichung vom gesellschaftlichen Konsens interpretiert werden.[26] Im April 2016 behauptete der Soziologe und Journalist Christian Jakob, die Zeit, in der nur deutsch sein kann, wer deutschstämmig ist, sei beendet.[27] Im Übrigen halten viele Soziologen es nicht für sinnvoll, die Herkunft von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland zu fixieren (wie es in einigen osteuropäischen Ländern mit Hilfe von Nationalitätseinträgen geschieht): Die Eigendynamik der modernen Gesellschaft [ist] erheblich inklusiver [] als die politische Semantik in Deutschland in den letzten 40 Jahren. Aus der internationalen Migrationsforschung ist bekannt, dass sich Migranten mit permanentem Residenzstatus von der autochthonen Bevölkerung immer weniger unterscheiden, was nicht im Sinne einer kulturellen Assimilation zu verstehen ist, sondern in dem Sinne, dass die Institutionen des Rechts und des Marktes, der Bildung und vielleicht auch der Politik für Herkünfte indifferenter werden.[47]

    Der Begriff Neue Deutsche ist ein postmodernes Konstrukt, um Identitätsbildungsprozesse deutscher Staatsangehöriger mit Migrationshintergrund als prinzipielle Inklusionsprozesse zu verstehen. Im Forschungsprojekt Hybride europäisch-muslimische Identitätsmodelle (HEYMAT), das von Naika Foroutan und Isabel Schäfer geleitet wird und an der Humboldt-Universität Berlin angesiedelt ist, wird er für Menschen mit muslimischem Migrationshintergrund verwendet.[28]

    Germanophilie (von lateinisch Germani, Germanen, und griechisch φιλία (philia), Freundschaft) bezeichnet eine allgemeine Affinität zu deutscher Kultur, Geschichte oder zum deutschen Volk und somit das Gegenstück der Germanophobie.[29] Eine Gleichsetzung von Germanen und Deutschen erfolgte erstmals im 16. Jahrhundert[30] bei Johannes Turmayr, genannt Aventinus.[31] Im Deutschen existiert der Begriff jedoch hauptsächlich als wörtliche Übersetzung des im Englischen häufiger verwendeten Begriffs germanophilia und wird für unterschiedliche kulturgeschichtliche, soziale und literarische Phänomene verwendet. Deutschenfeindlichkeit oder auch Deutschenhass (frz. germanophobie[32], engl. germanophobia[33]) war eine breite Erscheinung in der Zeit der imperialistischen Auseinandersetzungen zwischen den Großmächten um die Jahrhundertwende (19./20. Jahrhundert).[34] In Deutschland wird der Begriff vor allem in rechtspopulistischen Kreisen genutzt.[35]

    Die Rechte anerkannter nationaler Minderheiten in Deutschland sind durch Gesetze geschützt. Das bedeutet, dass sie selbst entscheiden, ob sie in einer bestimmten Situation als Deutsche (kraft Staatsangehörigkeit) oder als Angehörige einer ethnischen oder nationalen Minderheit (mit einem verbrieften Recht z. B. auf Brauchtumspflege oder eigene Schulen) behandelt werden wollen.

  6. Deutsche Sprache in den Vereinigten Staaten – Wikipedia

    de.wikipedia.org › wiki › Deutsche_Sprache_in_den
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    Deutsch war im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine der am häufigsten gesprochenen Sprachen in den Vereinigten Staaten von Amerika. Heute ist Deutsch die zweithäufigste Sprache in South Dakota und North Dakota. Die übergroße Mehrheit der deutschstämmigen US-Bürger versteht heute kein Deutsch, diese zählen sich aber weiterhin zu den Deutschamerikanern, die nach Volkszählungsergebnissen mit Selbstangabe zur Hauptabstammung mit knapp 50 Millionen die größte ethnische Gruppe in den USA bilden, noch vor den irisch- oder englischstämmigen Amerikanern.[1] Erklären lässt sich dies aus der Tatsache, dass die Deutschen im Verlauf mehrerer Jahrhunderte in verschiedenen Wellen und zu verschiedenen Orten eingewandert sind und dass es zwischen den Migrationszielgebieten wenig Kontakte gab, die zwischen den Enkelkindern der Migranten an der Ostküste und den frisch angekommenen Migranten auf der Prärie gepflegt wurden. Außerdem wurde die Muttersprache im Zusammenhang mit den beiden Weltkriegen bewusst zurückgedrängt.

    Es gibt eine weit verbreitete Legende, der zufolge Deutsch beinahe zur offiziellen Landessprache in den USA geworden wäre. Demnach wäre im Kongress eine diesbezügliche Abstimmung mit nur einer Stimme Mehrheit für Englisch, nämlich durch die Stimme des Deutsch-Amerikaners Frederick Muhlenberg (17501801), ausgefallen. Diese Geschichte wurde seit 1840 immer wieder von der deutschen Presse als Zeichen dafür aufgegriffen, dass es in den Vereinigten Staaten, gerade im 18. Jahrhundert, sehr viele deutsche Einwanderer gab.

    In Pennsylvania bildeten sich um 1800 zwei deutschsprachige Methodistische Kirchen, die Vereinigten Brüder in Christo und die Evangelische Gemeinschaft. Beide hatten eine methodistische Kirchenordnung und methodistische Liederbücher in deutscher Sprache und publizierten deutschsprachige Zeitungen, von denen eine bis 1937 existierte. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts war Englisch in beiden Kirchen zweite Sprache, aber es gab bis ins 20. Jahrhundert hinein Gegenden, wo Deutsch die Hauptsprache in den Kirchen war. 1937 vereinigten sich die beiden Kirchen und schlossen sich 1968 mit der bischöflichen Methodistenkirche zur United Methodist Church zusammen. Innerhalb der bischöflichen Methodistenkirche hatten sich ebenfalls Mitte des 19. Jahrhunderts deutschsprachige Konferenzen gebildet, die mit den englischsprachigen Konferenzen überlappten. Ein Beispiel hierfür ist die St. Louis German Conference, welche 1925 in den umliegenden englischsprachigen Konferenzen wieder aufging. Diese deutschsprachige Methodisten gliederten sich also in der gleichen Kirche mit englischsprachigen, statt in einer eigenen Kirche wie die Vereinigten Brüder oder Evangelische Gemeinschaft. Deutschsprachige Zeitungen blicken in den USA auf eine lange Tradition zurück. Eine deutsche Zeitung, der Pennsylvanische Staatsbote berichtete am 5. Juli 1776 über die Entscheidung des Kontinentalkongresses, die amerikanische Unabhängigkeitserklärung anzunehmen. Er war damit die erste Zeitung, die diese historische Entscheidung veröffentlichte und den Text in deutscher Übersetzung abdruckte. Für die Mitglieder des Kongresses war am Abend des 4. Juli der englische Text gedruckt worden, aber für die amerikanische Bevölkerung wurde der englische Text erst am 6. Juli von der Pennsylvania Evening Post veröffentlicht. Im 19. Jahrhundert nahm die deutschsprachige Presse an Bedeutung und Ansehen zu, was zum Entstehen einer Reihe weiterer deutschsprachiger Zeitungen beitrug. Im Jahre 1900 wurden von 18.226 Zeitungen in den USA 613 (3,4 %) in deutscher Sprache herausgegeben, mehr als in jeder anderen Sprache außer der englischen.[2] Während des Ersten Weltkrieges mussten jedoch viele von ihnen ihr Erscheinen wegen mangelnder Leserschaft einstellen. Beim Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg 1917 entwickelte sich schnell eine stark anti-deutsche Haltung in der amerikanischen Öffentlichkeit. Deutschamerikaner, insbesondere Einwanderer, wurden der Parteinahme für das Deutsche Reich beschuldigt. Deutsch zu sprechen, galt als unpatriotisch. Beispielsweise hieß der Hot Dog vor dem Ersten Weltkrieg Frankfurter, wurde dann aber in Hot Dog umbenannt. Viele Familien anglisierten in dieser Zeit ihren Familiennamen (zum Beispiel von Schmidt zu Smith, Schneider zu Taylor, Müller zu Miller/Muller, Albrecht zu Albright usw.), fast alle schränkten den Gebrauch der deutschen Sprache stark ein. Viele Staaten verboten den Gebrauch von Deutsch in der Öffentlichkeit und den Sprachunterricht. Nachdem in Ohio, Iowa und Nebraska der Deutschunterricht selbst in Privatschulen verboten worden war, wurden 1923 in einer Grundsatzentscheidung des Obersten Gerichtshofes (Meyer v. Nebraska) diese Gesetze als unvereinbar mit der Verfassung wieder aufgehoben. Doch die durch die anti-deutsche Hysterie entstandenen Folgen waren nicht wieder rückgängig zu machen. Deutsch war aus der Öffentlichkeit so gut wie verschwunden.

    Einige deutschsprachige Zeitungen erscheinen noch heute: Die New Yorker Staats-Zeitung brachte ihre erste Ausgabe am 24. Dezember 1834 heraus und ist somit eine der ältesten in den Vereinigten Staaten. Das Washington Journal, eine deutschsprachige Zeitung, die im District of Columbia herausgegeben wird, ist die älteste Zeitung der amerikanischen Hauptstadt. Die deutschsprachige jüdische Zeitung Aufbau erschien von 1934 bis 2004 in New York City; ihr heutiger Sitz ist Zürich (weitere Zeitungen siehe unter[3]).

    In Deutschland lernen etwa sechs Millionen Schüler auf weiterführenden Schulen Englisch als Fremdsprache. An amerikanischen Schulen lernen ca. 375.000 Schüler Deutsch; es ist die dritt-populärste Fremdsprache nach Spanisch und Französisch. 1997 stellte die deutsche Regierung etwa drei Millionen US-Dollar für Projekte zum Deutschunterricht in den USA zur Verfügung. Die Mittel wurden für Lehrerfortbildung, Austauschprojekte, Seminare, die Entwicklung von Lehrmaterialien und für Fremdsprachenwettbewerbe verwendet. An sechs Bildungsministerien in den USA (in Kalifornien, Georgia, Pennsylvania, Virginia, Washington, und Wisconsin) gibt es language consultants aus Deutschland, die sich speziell um Deutsch als Fremdsprache kümmern. Unterstützt von der deutschen Regierung helfen diese Experten auf bundesstaatlicher und regionaler Ebene dabei, Fremdsprachenkonzepte und einheitliche Standards zu entwickeln.

  7. Deutsch - Wikipedia

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    Apr 07, 2021 · Deutsch or Deutsche may refer to: . Deutsch: The German language, in Germany; Deutsche: Germans, as a feminine or plural demonyma; Deutsch (word), originally referring to the Germanic vernaculars of the Early Middle Ages

  8. Deutsche Dialekte – Wikipedia

    de.wikipedia.org › wiki › Deutsche_Dialekte
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    • Historisches

    Die deutschen Dialekte werden in hochdeutsche und niederdeutsche Mundarten unterteilt, also in die Dialekte der höheren und der niederen Lande. Die Dialekte der höheren Lande wurden in größerem oder geringerem Ausmaß von der sogenannten hochdeutschen Lautverschiebung betroffen, von der die Mundarten in den niederen Landen unberührt blieben. Die hochdeutschen Mundarten ihrerseits werden in mitteldeutsche und oberdeutsche Dialekte gegliedert. Die vielfältigen Varietäten des Standarddeutschen lassen sich nicht an politischen Grenzen festmachen. Man spricht aber von einem Schweizer Hochdeutsch oder einem bairischen Hochdeutsch sowie von Nonstandardvarietäten wie dem Obersächsisch-Meißnerischen oder dem ripuarischen Kölsch.[1] Eine Varietät ist entweder Sprache oder Dialekt jedoch nur in Bezug auf etwas anderes; der begriffliche Status der Bezeichnungen für Sprachvarietäten kann sich wandeln.

    Die Bezeichnungen der Dialekte haben verschiedene Bildungsformen: Ort oder Region plus Dialekt oder Mundart (der Wiener Dialekt, die Wiener Mundart), Ort oder Region plus Platt (Aachener Platt, Lothringer Platt), Zusammensetzung mit -deutsch, wobei das Bestimmungswort mit oder ohne Ableitungssilbe -er auftritt (Berndeutsch, Schaffhauserdeutsch) sowie Substantivierung auf -isch (Münchnerisch, Schwäbisch).[2]

    Im Frühmittelalter bestanden auf dem Gebiet der später deutschsprachigen Länder und der Benelux-Staaten verschiedene germanische Stammesverbände. Es waren die Stämme der Alamannen, Bajuwaren, Franken, Friesen, Sachsen und Thüringer. Im Süden, im späteren Italien, siedelte der Stammesverband der Langobarden, der zu dieser Zeit ebenfalls noch eine germanische Stammessprache besaß. Einige dieser Verbände waren jedoch selbst erst im Gefolge der Völkerwanderung gebildete Konglomerate aus verschiedenen Stämmen, etwa die Alemannen (alle Leute), die Franken (die Freien) und die Sachsen (Schwertgenossen). Im 9. Jahrhundert waren die Stämme im Reich Karls des Großen vereinigt und ab dem 10. Jahrhundert in den Stammesherzogtümern Baiern, Franken, Lothringen (seit 959 in Nieder- und Oberlothringen geteilt) und Schwaben sowie in der Landgrafschaft Thüringen organisiert. Das Gebiet der Friesen war lose dem Herrschaftsgebiet Lothringen angegliedert. Im Zuge einer Reichsreform des 12. Jahrhunderts wurden die Stammesherzogtümer abgeschafft.

    Wie weit diese Stämme eigene Sprachen besaßen, ist weitgehend unbekannt und wurde in der Sprachgeschichtsschreibung unterschiedlich beantwortet. Im 8. Jahrhundert vereinzelt schon davor traten jedenfalls einerseits nah verwandte althochdeutsche und anderseits nah verwandte, teilweise allerdings fränkisch beeinflusste altniederdeutsche Schreibsprachen auf, die hauptsächlich zu literarischen Zwecken verwendet wurden. In mittelhochdeutscher und mittelniederdeutscher Zeit fungierten diese Schreibsprachen als eigentliche Literatur- und Verwaltungssprachen. Die effektiv gesprochene Sprache bildeten sie jedoch nur in den Grundzügen ab. Weitere Hinweise auf die im Hoch- und Spätmittelalter gesprochene Sprache geben exklusive Merkmale gewisser besonders charakteristischer Siedler- beziehungsweise Sprachinselmundarten, etwa diejenigen der moselfränkischen Siebenbürger Sachsen oder der höchstalemannischen Walser: Sprachliche Eigenheiten, die den Mundarten sowohl des Herkunfts- wie auch des Siedlungsgebiets gemein sind und diese zugleich von weiteren Dialekten abgrenzen, verweisen auf eine Entstehungszeit, die noch vor der Auswanderung liegt.[9] Die meisten anderen Siedlermundarten sind jedoch Ausgleichsdialekte, die wenige Rückschlüsse auf frühere Verhältnisse zulassen. Dialekte und ihr Verbreitungsgebiet können eine ausschlaggebende kulturelle Identität vermitteln, weswegen Dialektgebiete laut einer Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung ifo beispielsweise die Umzugsentscheidungen vieler Menschen beeinflussen.[17] In Ostbelgien ist infolge des Einflusses standarddeutscher Medien ein Rückzug der Dialekte festzustellen. Tendenziell sind die Dialekte im Eupener Land stärker unter Druck als in der belgischen Eifel, in der die Mundarten noch eine starke Stellung haben.[18] Interessant ist die Stellung der Dialekte in den Plattdeutschen Gemeinden, in denen Teile der Bevölkerung neben dem deutschen Dialekt nicht Standarddeutsch, sondern Französisch als Hochsprache verwenden.

    Die hoch- und spätmittelalterlicher Dialekte lassen sich nur sehr begrenzt aus den damaligen Schreibsprachen eruieren, da diese relativ stark überregional ausgerichtet waren und damit allzu lokale Züge vermieden. Vieles deutet aber darauf hin, dass die wesentlichen Züge der heutigen deutschen Mundarten schon im Hochmittelalter ausgebildet waren. Im Historischen Südwestdeutschen Sprachatlas werden sprachliche Eigenheiten der Urbare des 13. bis 15. Jahrhunderts kartographisch aufbereitet, deren damalige areale Verteilung vielfach mit derjenigen des 20. Jahrhunderts übereinstimmt.[3] Rückschlüsse auf die damalige gesprochene Sprache erlauben auch Hyperkorrekturen, also falsche Verallgemeinerungen, die auf das Vorkommen einer nicht mit der Schriftsprache übereinstimmenden Lautung hindeuten.[4] Besonders in Gebrauchstexten schimmert die gesprochene Sprache durch; so lassen sich schon in althochdeutschen Zeugnissen Reflexe gesprochener Sprache feststellen.[5]

    Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde angenommen, in den alten Grenzen der germanischen Stämme die deutschen Dialektgrenzen gefunden zu haben. Der Germanist Georg Wenker schickte in den 1870er Jahren Fragebögen in die Schulen der Rheinprovinz, in denen die Schulkinder die Fragen in den einheimischen Dialekt übersetzen sollten, später nach Norddeutschland und Mitteldeutschland, dann nach Schwaben, Franken und die Schweiz. So wurde bis 1939 allmählich der ganze deutsche Sprachraum erfasst und die Ergebnisse in Karten eingezeichnet. Dabei wurde herausgefunden, dass sich die deutschen Dialekte nicht an den historischen Stammesherzogtümern der Frühzeit, sondern eher an denen der mittelalterlichen Territorien orientierten, und dass zwischen diesen breite Übergangszonen bestanden. Infolgedessen stimmt etwa das Moselfränkische fast mit den alten politischen Grenzen des Erzbistums Trier,[10] das Innerschwäbische mit denjenigen Altwürttembergs[11] überein.

    Das Dialektkontinuum kennt nur in Ausnahmefällen eigentliche Sprachgrenzen. Die Sprachforschung arbeitet jedoch seit junggrammatischer Zeit mit Dialekträumen, die sie anhand von Isoglossen und Isoglossenbündeln definiert. Die Benrather Linie (maken/machen-Linie) beispielsweise ist die Dialektscheide zwischen Niederdeutsch und Niederfränkisch auf der einen und dem Mitteldeutschen auf der anderen Seite. Als Grenze zwischen dem Mitteldeutschen und dem Oberdeutschen wird die Speyerer Linie (Appel/Apfel-Linie) oder auch die Germersheimer Linie (Pund/Pfund-Linie) angesehen. Bis in die 1970er Jahre war es allerdings üblich, als Dialektscheide zwischen Niederdeutsch und Mitteldeutsch die Uerdinger Linie (ik/ich-Linie) und die Karlsruher Linie (enk/euch- und die mähen/mähet-Linie) zwischen Mitteldeutsch und Oberdeutsch zu ziehen. Diese Isoglossen gelten aber inzwischen als untauglich, da sie unter anderem das eindeutig oberdeutsch geprägte Ostfränkisch und das benachbarte Südrheinfränkisch dem Mitteldeutschen zuschlagen. In der jüngeren Dialektologie werden Dialekträume nicht mehr allein aufgrund von Einzelphänomenen bestimmt, sondern auch auf der Basis von arealtypologischen Erkenntnissen. Diese gründen einerseits in der strukturalistischen Interpretation des gesamten Vokalsystems[12] und anderseits in dialektometrischen Abstandsmessungen[13].

    Die Gliederung der Dialekte nach dem Grad der Ausbreitung von Merkmalen der Zweiten Lautverschiebung führte zur Unterteilung in Nieder- und Hochdeutsch und zur Einteilung des Hochdeutschen in Mittel- und Oberdeutsch. Beispiel für die in der Praxis bestehenden Übergänge, die durch die theoretische Gliederung nicht abgebildet sind, ist der als Berlinerisch bekannte, aber eigentlich in Brandenburg stärker verbreitete Dialekt, der nieder- und mitteldeutsche Sprachmerkmale aufweist. Die niederdeutschen Dialekte (auch Platt oder Plattdeutsch) werden in Analogie zum Ober- und zum Mitteldeutschen oft in Niedersächsisch (auch: Westniederdeutsch) und Ostniederdeutsch, seltener aufgrund der sprachlichen Struktur in Nord- und Südniederdeutsch unterteilt.[16] Das Niedersächsische gliedert sich in Westfälisch, Ostfälisch und Nordniedersächsisch, diese wiederum in Untermundarten in den nordöstlichen Gegenden der Niederlande und beinahe im gesamten nordwestdeutschen Sprachraum in Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und dem westlichen Sachsen-Anhalt. Gliedert man das Niederdeutsche hingegen in eine nördliche und eine südliche Gruppe, so bilden Nordniedersächsisch und Mecklenburgisch-Vorpommersch, historisch auch Hinterpommersch und Niederpreußisch das Nordniederdeutsche. Westfälisch, Ostfälisch und Brandenburgisch (Märkisch) bilden das Südniederdeutsche. Das ostfriesische Platt im Nordwesten Norddeutschland gehört entgegen seinem Namen nicht zum Friesischen, sondern zu den niederdeutschen Dialekten. Es hat das vormals Friesische verdrängt und dessen Namen übernommen. Das Mitteldeutsche teilt sich in eine westliche und östliche Hälfte. Beide Gebiete werden topographisch nur durch ein schmales Gebiet zwischen Kassel und Eisenach verbunden (dort kommen sich Ober- und Niederdeutsch am nächsten). Die Sprachgrenzen, die West- von Ostmitteldeutsch trennen, verlaufen ebenfalls in dieser Gegend zwischen den Flüssen Werra und Fulda. Mitunter wird die Isoglosse ausgewählt, die westliches Pund von östlichem Fund (für standarddeutsch Pfund) trennt.

    Das niederfränkische Dialektkontinuum erstreckt sich über die Niederlande, den Norden Belgiens (Flandern), ein kleines Gebiet im äußersten Norden Frankreichs (Französisch-Flandern) sowie den Niederrhein und den Osten des Bergischen Lands im Westen Deutschlands (Nordrhein-Westfalen). Somit sind die niederländischen Dialekte und im deutschen Sprachgebiet Kleverländisch und Ostbergisch niederfränkisch. In Südafrika und Namibia zählen außerdem die Dialekte des Afrikaans dazu. Die niederdeutschen Dialekte wurden bis Mitte des 20. Jahrhunderts als vordringliche Umgangssprache benutzt, insbesondere in ländlich strukturierten Gegenden. Im Mittelalter und in der Frühneuzeit in Norddeutschland nicht zuletzt auch als Schriftsprache, so als Kanzleisprache, als Verkehrssprache der Hanse bis ins Baltikum. Unter anderem durch den Einfluss der Reformation (hochdeutsche Lutherbibel) und durch Zuwanderungen wurde es nach und nach zurückgedrängt und ist, insbesondere in Großstädten, teilweise ganz verschwunden. Die Zweite Lautverschiebung hat im Niederdeutschen und im Niederländischen nicht stattgefunden. Im Mitteldeutschen erfolgte sie in beschränktem Umfang, im Oberdeutschen in stärkerem Maße. Diese Lautverschiebung setzte bereits im Frühmittelalter (6. Jahrhundert n. Chr.) im Südosten des germanischen (deutschen) Sprachgebietes ein, breitete sich kontinuierlich nach Nordwesten und in den Norden aus und beeinflusste die Dialekte unterschiedlich stark. Die zweite Lautverschiebung umfasst die Veränderungen mehrerer Lautmerkmale, die an der Entwicklung von maken (niederdt.) zu machen (hochdt.) (sogenannte Benrather Linie) und von ik (niederdt.) zu ich (hochdt.) (Uerdinger Linie) festgemacht werden, ohne dass es sich hierbei um eine tatsächliche Mundartgrenze handelt, da die Veränderungen der Mundarten fließend (kontinuierlich) über kleine Veränderungen von Ort zu Ort vonstattengehen. Die westmitteldeutschen Dialekte gehören alle zu den sogenannten fränkischen Mundarten. Sie werden in Rheinfränkisch, Moselfränkisch und Ripuarisch gegliedert und vor allem in Luxemburg (wo die regionale Variante Luxemburgisch zu einer Schriftsprache ausgebaut worden ist) sowie im Saarland und in weiten Teilen von Rheinland-Pfalz und Hessen gesprochen, aber auch im nordwestlichen Baden-Württemberg, im französischen sowie belgischen Grenzgebiet, im Südostzipfel der Niederlande und nicht zuletzt im südwestlichen Nordrhein-Westfalen. In den mitteldeutschen Dialekten haben sich die Sprachmerkmale der Zweiten Lautverschiebung weniger stark als im Oberdeutschen durchgesetzt. Für die Abgrenzung zum Oberdeutschen werden meist diejenigen Isoglossen herangezogen, die älteres p vom neueren pf trennen in den heutigen oberdeutschen Gebieten wurde p nach pf verschoben. Allerdings fallen nicht alle p/pf-Grenzen in einem Isoglossenbündel zusammen die Verschiebung hängt ab vom Wort, in dem p auftritt, und von der Lage des p im Wort (vgl. Pfund, Apfel). Oft wird die Apfel-Appel-Grenze als Merkmal ausgewählt. Besonders uneinheitlich verbreitet haben sich die Merkmale der Zweiten Lautverschiebung im Westmitteldeutschen (siehe Rheinischer Fächer). Während das Südfränkische nur einen kleinen Teil im Nordwesten Baden-Württembergs einnimmt, dehnt sich das Ostfränkische über ein größeres Gebiete aus. Es wird vor allem im Nordwesten Bayerns, in Südthüringen und im Nordosten Baden-Württembergs gesprochen. Die Grenzen zum Mitteldeutschen einerseits und zum ebenfalls oberdeutschen Alemannischen und Bairischen anderseits sind meist fließend; hier zu nennen sind etwa fränkisch-schwäbische Mischgebiete in Baden-Württemberg und in Bayern um Dinkelsbühl und Hesselberg und ein fränkisch-niederalemannisches Mischgebiet um Rastatt. Eine harte Grenze stellt der Rennsteig im Norden dar, während westlich davon in der Rhön und im Werratal sowie östlich im Vogtland wiederum breite Übergangszonen zum Mitteldeutschen bestehen. Das Verbreitungsgebiet der alemannischen (westoberdeutschen) Mundarten umfasst etwa den deutschsprachigen Teil der Schweiz, in Österreich Vorarlberg und kleine Gebiete im äußersten Westen Tirols, in Bayern vor allem den Regierungsbezirk Schwaben, in Baden-Württemberg die südlichen zwei Drittel des Landes und in Frankreich zumindest historisch gesehen weite Teile des Elsasses. Das Alemannische wird meist in Schwäbisch, Oberrhein- oder Nieder-, Bodensee- oder Mittel-, Hoch- und Höchstalemannisch gegliedert. Die Bezeichnung Niederalemannisch ist mehrdeutig: sie kann Oberrheinalemannisch meinen oder aber als Oberbegriff für Oberrhein- und Bodenseealemannisch gebraucht werden. Das Alemannische wird vom Bairischen durch eines der ausgeprägtesten Isoglossenbündel (Zusammenfall mehrerer dialektunterscheidender Merkmale) des deutschen Sprachraums getrennt. Einen Übergangsbereich bildet allerdings das bairisch-schwäbische Gebiet des Lechrains. Das Verbreitungsgebiet der bairischen (ostoberdeutschen) Mundarten umfasst Österreich mit Ausnahme Vorarlbergs, im deutschen Bundesland Bayern die Regierungsbezirke Oberbayern, Niederbayern und Oberpfalz und in Italien nahezu das gesamte Südtirol. Die relativ homogene bairischen Dialektlandschaft wird in nord-, mittel- und südbairisch untergliedert. Als mittelbairische Sondermundart gilt Wienerisch, die Stadtmundart Wiens. Zum Ostfränkischen bestehen nicht unwesentliche Übergangsmundarten, unter denen vor allem das Nürnbergische bekannt ist. Zur Abgrenzung zum Ostfränkischen wird gerne die Isoglosse herausgegriffen, die bairisches enk von ostfränkischem euch trennt (standarddeutsch euch). Das autochthone Verbreitungsgebiet deutscher Dialekte umfasst vor allem Deutschland, Österreich, die Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg und angrenzende Gebiete in Frankreich, Belgien, Italien und Dänemark. Dazu kommen in Europa Sprachinseln in Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Slowenien, Rumänien und der Ukraine. Zu den allochthonen Verbreitungsgebieten gehören außerhalb Europas:

    Das Ostniederdeutsche, in welchem sich Spuren von slawischen Dialekten sowie anderen deutschen und niederländischen Siedlermundarten nachweisen lassen, verbreitete sich seinerzeit durch Wanderungsbewegungen über Pommern und Altpreußen bis auf das Baltikum. Es wird in Brandenburgisch (Märkisch) und Mecklenburgisch-Vorpommersch gegliedert, historisch zählen auch ostpommersche und niederpreußische Mundarten dazu. Das Berlinerische ist ein Regiolekt mit dem Südmärkischen als Substrat. Das Südmärkische wird je nach linguistischer Perspektive teils dem (Ost-)Niederdeutschen, teils dem (Ost-)Mitteldeutschen zugeordnet. Das Oberdeutsche wird in West-, Ost- und Nordoberdeutsch differenziert. Das Westoberdeutsche ist besser als Alemannisch oder Schwäbisch-Alemannisch, das Ostoberdeutsche besser als Bairisch bekannt. Nordoberdeutsch ist hingegen ein Begriff, der in der Dialektologie wenig üblich ist, da er mit dem Ostfränkischen und dem Südfränkischen zwei Dialektgruppen vereint, die strukturell stark verschieden sind. Die oberdeutschen Dialekte und innerhalb desselben die hoch- und höchstalemannischen sowie die Tiroler Dialekte sind durch die umfangreichste Verbreitung der Merkmale der Zweiten Lautverschiebung gekennzeichnet.

    In Luxemburg ist der dortige mittelfränkische Dialekt zur freilich nach wie vor vergleichsweise wenig geschriebenen deutschen Standardsprache ausgebaut und 1984 formal zur Nationalsprache aufgewertet worden. In Frankreich stehen die deutschen wie alle anderen Mundarten auch gegenüber dem Standardfranzösischen in einer passiven Stellung und werden von diesem in vielen Gebieten verdrängt.

    In der Schweiz haben die deutschen (vor allem alemannischen) Mundarten in der Öffentlichkeit gegenüber dem Standarddeutsch an Terrain gewonnen. Dieser Prozess hängt nicht nur mit den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts zusammen, sondern hat Vorläufer in Entwicklungen, die sich über einen langen Zeitraum bis ins Spätmittelalter zurückverfolgen lassen (Betonung der Eigenstaatlichkeit, hochalemannisches Dialektkontinuum). Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg waren die Anwendungsgebiete von Standarddeutsch und Schweizerdeutsch klarer als heute definiert. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es in der Schweiz eine eigentliche Mundartwelle, die den Geltungsbereich des Standarddeutschen verschiedentlich in Frage gestellt hat. Standarddeutsch wird nur in bestimmten Lebensbereichen angewandt, etwa in einigen Parlamenten, im Schulunterricht, in den Universitätsvorlesungen, in gewissen Radio- und Fernsehsendungen, bei Ansagen in öffentlichen Verkehrsmitteln. Eine nicht unwichtige Rolle spielten dabei Jugendkultur, Mundartrock und Lokalradios. Nicht zuletzt bedingt durch die Omnipräsenz des Schweizerdeutschen in Fernsehen und Radio, aber natürlich auch der Mobilität werden ausgeprägte Dialektunterschiede allerdings zunehmend abgebaut, und der lexikalische und grammatische Abstand zur Schriftsprache wird laufend kleiner. In Deutschland stehen Gebiete, in denen die Mundarten aus verschiedenen Gründen unter mehr oder weniger starkem Druck stehen und auf dem Rückzug sind, im Kontrast zu Gegenden, in denen die Dialekte eine vergleichsweise gute bis starke Stellung haben. Allgemein ist jedoch überall durch den Einfluss hochdeutscher Medien und der Mobilität zahlreicher Menschen (und damit der Vermischung der einzelnen Varianten) ein starker Rückzug aller Dialekte festzustellen. So wurden 13 deutsche Regionalsprachen, darunter auch Kölsch und Bairisch, von der Weltbildungsorganisation als vom Aussterben bedroht gemeldet.[19]

    Frühe Wörterbücher und Wortlisten waren die ab der Mitte des 18. Jahrhunderts verfassten Idiotika, kleinere und größere Zusammenstellungen des landschaftlich gebundenen Wortschatzes, der anderswo nicht bekannt war. Frühe grammatische Darstellungen waren etwa Franz Joseph Stalders Die Landessprachen der Schweiz oder schweizerische Dialektologie von 1819 und Johann Andreas Schmellers Mundarten Bayerns, grammatisch dargestellt von 1821.

  9. Geschlechtergerechte Sprache – Wikipedia

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    Eine Grundthese der feministischen Sprachkritik besagt, dass die Vormachtstellung des Mannes in der Gesellschaft auch in Struktur und Wortschatz einer Sprache zum Ausdruck komme. Im Verhältnis von Mann und Frau beobachten feministische Sprachforscher eine fundamentale Asymmetrie und bezeichnen die deutsche Sprache daher in ihrer Struktur und ihrem Lexikon [als] sexistisch und androzentrisch.[2] Diese männliche Dominanz in der Sprache wiederum festige die nachgeordnete Stellung der Frau. Diesbezüglich wird eine Veränderung der Sprache für notwendig erachtet, um auf dem Weg eines sprachlich ausgelösten Bewusstseinswandels die Gleichstellung von Frauen in der Gesellschaft voranzubringen (vergleiche dazu die Sapir-Whorf-Hypothese). Hierbei geht es vor allem auch darum, Frauen in der Sprache sichtbar zu machen und ihnen so zu angemessener Repräsentanz in der sprachlichen Kommunikation zu verhelfen. Die konsequente Nennung von beiden in jeweils ausgeschriebener Form (z. B. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) wird bisweilen als schwerfällig und schlecht lesbar empfunden.[8] Der Duden sieht deshalb in der Verkürzung der Beidnennung z. B. durch Schrägstriche Mitarbeiter/-innen oder Klammern Mitarbeiter(innen) einen Vorteil.[8] Der Leitfaden der Schweizerischen Bundeskanzlei hält die Einklammerung der weiblichen Endung z. B. Lehrer(in) nicht für eine adäquate Lösung, weil in Klammern üblicherweise stehe, was für das unmittelbare Verständnis nicht notwendig ist und deshalb überlesen werden könne.[9] Außerdem seien Personenreferenzen mit grafischen Zeichen (z. B. Schrägstrich, Binnen-I, Auslassungsstrich) für fortlaufende Texte weniger geeignet als für verknappte Textpassagen, unvollständige Sätze und informelle Texte.[9] Das Goethe-Institut empfiehlt Kreativität, um einerseits eine gute gendergerechte Sprache zu erreichen und um andererseits zu vermeiden, dass gendergroteske Sprachirrungen entstehen, die zur eigenen Karikatur werden und den Sprachfluss zerstören.[19] Ungewohnte und wenig verbreitete Bildungen aus Partizipien I wie Zufussgehende sind laut dem Leitfaden der Schweizerischen Bundeskanzlei zu vermeiden.[38] Gegen geschlechtergerechte Alternativen zum generischen Maskulinum wird häufig eingewandt, dass sie die Qualität und die kognitive Verarbeitung von Texten beeinträchtige.[40][41]

    In der Pionierzeit der feministischen Linguistik wurde noch nicht der empirisch überprüfbaren Frage nachgegangen, ob Frauen sich durch das generische Maskulinum wirklich nicht mitgemeint fühlen, sondern dies wurde als Grundannahme postuliert. In psycho- und soziolinguistischen Experimenten wurde später mehrfach nachgewiesen, dass Leser und Hörer weitgehend unabhängig vom eigenen Geschlecht bei einem maskulinen Wortstimulus (bspw. ein Arzt) prototypisch an einen Mann und nicht an einen geschlechtsunbestimmten Menschen denken; allerdings tritt der Effekt auch, wenngleich weniger stark, bei einem neutralen (bspw. ein Kind) oder fast neutralen Stimulus (bspw. ein Mensch oder eine Person) auf. Dies spricht dafür, dass der kritisierte Sexismus im Sprachgebrauch nicht oder zumindest nicht hauptsächlich im Sprachsystem begründet ist, sondern in der Erfahrung und Annahme der gesellschaftlichen Realität liegt; es handelt sich also eher um ein soziologisches als um ein linguistisches Phänomen. Bei der expliziten Beidnennung (bspw. ein Arzt oder eine Ärztin) sowie bei getrennten Lexemen (ein Mann oder eine Frau) verschwindet der Bias; allerdings gilt dies nicht oder nur eingeschränkt für Kurzformen aller Art (bspw. Mediziner oder -in, Mediziner/in, Mediziner/-in, MedizinerIn, Mediziner(in), Mediziner_in, Mediziner (m/w)). Bei Anwalt/Anwältin möge die vollständige Paarform verwendet werden.[3] Das geschriebene Binnen-I und die ausgesprochene Verkürzung könnten jedoch zu einem weiblichen Bias führen.[4] Die Linguistin Gisela Klann-Delius legt dar, dass die Studien zum generischen Maskulinum insgesamt in ihren Ergebnissen darauf hinweisen, dass das generische Maskulinum als männlich gedeutet wird, wobei der Grund für diese tendenziell geschlechtsspezifische Interpretation des generischen Maskulinums bisher nicht eindeutig bekannt sei, und dass nicht sicher behauptet werden könne, dass diese Studien, die fast ausschließlich mit studentischen Probanden durchgeführt worden seien, auf andere Gruppen generalisierbar seien.[5] Studien, die an anderen Probanden durchgeführt wurden (z. B. Kinder, Personen mit außer-universitärem Hintergrund usw.), kamen ebenfalls zu dem Ergebnis, dass das generische Maskulinum nicht als generisch bzw. geschlechtsneutral, sondern eher als geschlechtsspezifisch männlich verstanden wird.[6] Vgl. Generisches Maskulinum#Androzentrismus. Laut der Linguistin Gabriele Diewald gelangten empirische Untersuchungen aus Linguistik, Kognitionspsychologie, Psycholinguistik, Erziehungswissenschaft, Medien- und Textwissenschaft, die mit unterschiedlichen Methoden im Laufe von 30 Jahren durchgeführt wurden, alle zu ähnlichen Ergebnissen. Durch die Verwendung des sogenannten generischen Maskulinums werden Frauen mental nicht oder nicht adäquat repräsentiert. Männer erscheinen in der mentalen Repräsentation als prototypische Exemplare der jeweiligen Inhalte der Personenbezeichnung.[7] Dass Doppelnennungen bei Versuchspersonen eher weibliche Referenten evozieren, als es bei generischen Maskulina der Fall ist, konnte in mehreren Studien nachgewiesen werden.[10][11][12][13] Die Doppelnennung beider Formen wird auch von der Duden-Redaktion unterstützt. 1993 hat eine Studie gezeigt, dass das Binnen-I bei Versuchspersonen eher als das generische Maskulinum zu einer Nennung weiblicher Referenten führt.[10] Von 1999 an wurde in Studien jedoch mehrfach aufgewiesen, dass die Verwendung des Binnen-I bei Versuchspersonen zu einer Überrepräsentation weiblicher Referenten führte.[26][23][11][27][12] Die Psychologin Lisa Irmen vermutet, dass das Binnen-I von den Lesern wie ein Femininum verarbeitet werde, und hat darum argumentiert, dass es insofern durchaus keine geschlechtsneutrale Alternative bilde.[20]

    Auch die grammatikalische Korrektheit ist bei der Verwendung solcher Kurzschreibungen nicht immer eindeutig geklärt. So empfiehlt der Duden, orthographisch Mitarbeiter/-innen der Form Mitarbeiter/innen vorzuziehen, weil die Variante ohne Auslassungsstrich nicht korrekt ist.[8] Dagegen verwendet der Leitfaden der Gleichstellungsbeauftragten zur geschlechtersensiblen und inklusiven Sprache der Universität Köln ausschließlich die Form ohne Auslassungsstrich.[1] Der Leitfaden zum geschlechtergerechten Formulieren im Deutschen der Schweizerischen Bundeskanzlei listet beide Varianten gleichberechtigt auf.[9]

    Als Alternative zum generischen Gebrauch grammatisch maskuliner Personenbezeichnungen ist auch die vermehrte Verwendung sexusindifferenter Wörter vorgeschlagen worden. Hier werden verschiedene Typen unterschieden:[14]

    Empfohlen worden ist auch die Ersetzung von Formulierungen, in denen generische Maskulina verwendet werden (Wir wünschen allen Mitarbeitern ), durch gänzlich unmissverständliche Formulierungen (Wir wünschen (Ihnen) allen ).

    Schrägstrichschreibweisen (Schüler/innen) hatten die stärkste Verbreitung Mitte der 1970er Jahre. Die Duden-Redaktion hält sie nur für zulässig, wenn das Femininum tatsächlich durch bloßes Anhängen eines Movierungssuffix gebildet wird. Bei Wörtern wie Kollege/Kollegin (männliche Form mit eigenem Suffix) oder Arzt/Ärztin (weibliche Form mit Umlaut) müssen beide Formen ganz ausgeschrieben werden.

    Das Binnen-I (LehrerInnen) wird im Deutschen mit linken und feministischen Positionen assoziiert und für den amtlichen Schriftgebrauch darum meist nicht akzeptiert.[24] Zu den am weitesten verbreiteten Zeitungen, in deren Beiträgen das Binnen-I verwendet wird, zählen die linke Schweizer Wochenzeitung WOZ; die Berliner Tageszeitung taz benutzte die Schreibweise in den 1980er Jahren.[25]

    Das Gendergap (Lehrer_innen) hat als Alternative zum Binnen-I in den ausgehenden 2000er Jahren Verbreitung gefunden.

    Lann Hornscheidt hat 2014 alternativ ein Gender-x vorgeschlagen: Einx gutx Lehrx beherrscht x Lehrstoff.[29][30][31][30][32][33]

    Selbst dort, wo Substantive eine Kurzschreibung gut zulassen, können sie zu Problemen führen, denn die Artikel oder Pronomen vor maskulinen und femininen Substantiven im Singular unterscheiden sich in ihrer Flexionsendung in allen Fällen. Die optional dazwischen stehenden Adjektive weisen hingegen mitunter dieselbe Endung auf, z. B. der/die zuständige Angestellte. Mit stark flektierten Adjektiven stehen Personenbezeichnungen fast nur im Plural, z. B. zuständige Sachbearbeiter/-innen. Für Personalpronomen (er/sie) gilt ähnliches wie für die anderen Pronomen, nur im Genitiv weichen sie ab, indem sie zwar in beiden Geschlechtern die Endung er aufweisen, aber unterschiedliche Stämme.

    Das Entsexualisieren der Sprache steht nicht nur im Dienst der Lesbarkeit. Das dahinterliegende Anliegen ist auch, nicht die Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu betonen, sondern diese zu überwinden: An Stelle der Sichtbarmachung des Weiblichen könnte die Unsichtbarmachung des Männlichen treten, zu Gunsten des Übergeschlechtlichen, allgemein Menschlichen.[39] Außerdem vermeiden geschlechtsneutrale Formulierungen, dass sich Menschen mit nichtbinärer oder genderqueerer Geschlechtsidentität ausgeschlossen fühlen.

  10. Schweizerdeutsch – Wikipedia

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    Schweizerdeutsch (schweizerdeutsch Schwizerdütsch, Schwiizertüütsch, Schwyzerdütsch und ähnlich, französisch Suisse allemand, italienisch Svizzero tedesco, rätoromanisch Tudestg svizzer) ist eine Sammelbezeichnung für die in der Deutschschweiz von allen Gesellschaftsschichten gesprochenen alemannischen Dialekte.

    Die Gliederung der schweizerdeutschen Mundartkennzeichen erfolgt analog zu der der alemannischen (westoberdeutschen) Dialektmerkmale. Volkstümlich werden die Dialekte nach den jeweiligen Kantonen gegliedert; man unterscheidet so unter anderem Baseldeutsch, Berndeutsch, Zürichdeutsch, Solothurnerdeutsch, Senslerisch, Urnerdeutsch, Glarnerdeutsch, Walliserdeutsch, Bündnerdeutsch, Appenzellerdeutsch oder St.-Galler-Deutsch. Dialektologisch gesehen treffen diese Charakterisierungen nur in Einzelfällen wirklich zu; so bilden etwa Berndeutsch, St.-Galler-Deutsch oder Bündnerdeutsch keineswegs Einheiten, und umgekehrt sind die Unterschiede zwischen z. B. nördlichem St.-Galler-Deutsch, Thurgauerdeutsch und Schaffhauserdeutsch sehr gering. Ohnehin findet sich nur in wenigen Fällen ein Merkmal, das nur in einer bestimmten Region vorkommt und sie von allen anderen abgrenzen würde. Alles in allem sind aber auch diese vier Grossräume vielfach untergliedert, und umgekehrt lassen sich die Dialekte in den Kantonen Aargau, Luzern, Zürich sowie im Churer Rheintal, die zwischen den genannten Polen liegen, diesen nur bedingt zuordnen. So gehört z. B. Zürichdeutsch zwar in Hinsicht der Schnittmenge «Primärumlaut bzw. verbaler Einheitsplural» und «Hiatdiphthongierung» zum Nordostschweizerdeutschen, nicht aber in Hinsicht der Entwicklung der mittelhochdeutschen Diphthonge und des sog. germanischen ë, die wie in den weiter westlich gesprochenen Mundarten als [äi], [au], [æ] realisiert werden. Statt die Mittellanddialekte in eine westliche und eine östliche Gruppe zu gliedern, sieht man besser eine westlich-östliche Staffellandschaft vor, die vereinfacht gesagt durch eine bernische, eine aargauisch-luzernische, eine zürcherische und eine nordostschweizerische Hauptgruppe charakterisiert wird. Deutlicher wird die Binnengliederung des Schweizerdeutschen, wenn man mundartliche Merkmale bündelt. Die Clusterkarten[5] der Dialektometrie machen die dialektale Raumbildung besonders augenscheinlich.

    Reine mittelalemannische (bodenseealemannische) Dialekte werden in der Deutschschweiz keine gesprochen, ihr Schwerpunkt liegt nördlich des Bodensees. Die strukturalistische Untersuchung der Lautsysteme zeigt aber, dass die in der Nordostschweiz und im Churer Rheintal gesprochenen Dialekte zu einer mittelalemannisch-hochalemannischen Übergangszone gehören.[3] In der Tradition der schweizerischen Dialektologie werden diese gewöhnlich aber zum Hochalemannischen gerechnet. Die meisten hochalemannischen Dialekte werden in der Schweiz gesprochen. Zum Hochalemannischen gehören sodann die Dialekte des äussersten Südwestens Baden-Württembergs und des elsässischen Sundgaus. Ob die Dialekte des südlichen Vorarlbergs und des Fürstentums Liechtenstein zum Hochalemannischen oder zum Mittelalemannischen gehören, hängt von den jeweiligen Dialektgliederungskriterien ab. Die Mundarten des Wallis und der Walsersiedlungen (im Piemont, im Tessin, in Graubünden, in Liechtenstein und im Vorarlberg), des Berner Oberlands und des Schwarzenburgerlandes, des freiburgischen Senselands und von Jaun, der südlichen Innerschweiz (Uri, Unterwalden und mehrheitlich Schwyz) und des Kantons Glarus gehören zum Höchstalemannischen, dessen Kennzeichen Formen wie schnyyä, nüü(w)/nyyw, buu(w)e/büü(w)ä statt hochalemannischem schneie/schnäie, neu, boue/baue sind. Die Dialekte des Wallis und der von den Wallisern (Walsern) gegründeten Tochtersiedlungen in Norditalien und im Tessin bilden eine besonders konservative Untergruppe. Als Familiensprache wird Schweizerdeutsch von 80,3 % der Einwohner ab 15 Jahren in der deutschen Schweiz gesprochen.[10] Der relative Anteil der Sprecher variiert jedoch stark kantonal. So findet man Dialektsprecher häufiger in ländlichen Regionen und Menschen, die (nur) Standardsprache sprechen, häufiger in städtischen Gebieten.[11] Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über den Anteil der Schweizerdeutschsprachigen, bezogen auf Dialekt als regelmässig verwendete Sprache (Alltagssprache) und Familiensprache:

    Die schweizerdeutschen Dialekte unterscheiden sich zum Teil relativ stark voneinander. Überspitzt gesagt hat beinahe jede Region, teilweise sogar jede Gemeinde, lokalspezifische Eigenheiten in ihrem Dialekt. Deutschschweizer kann man zum Teil alleine nach ihrem Dialekt recht genau einer Heimatgegend zuordnen.[4] Trotz der Unterschiede sind die Schweizer die verschiedenen Dialekte gewohnt, auch von Radio und Fernsehen her, und verstehen diese auch. Im Folgenden werden einige typische Eigenheiten der schweizerdeutschen bzw. alemannischen Wortbildung aufgeführt.[8] Eine Auswahl von typischen Wörtern sowie von Ausdrücken, die bei Zuhörern deutscher Sprache, die keinen alemannischen Dialekt verstehen, zu Missverständnissen führen können, ist in der folgenden Liste zu finden. (Es steht jeweils zuerst das schweizerdeutsche Wort bzw. der schweizerdeutsche Ausdruck, teilweise mit regionalen Varianten.) Einige Ausdrücke des schweizerdeutschen Wortschatzes haben ihren Eingang ins allgemein verbreitete Hochdeutsch gefunden, so z. B. Müesli oder Putsch, andere als sog. Helvetismen in die regionale Hochsprache (Schweizer Hochdeutsch). Bei Schweizer Schriftstellern erscheinen schweizerische Wörter in unterschiedlichem Mass. Der Alltagsgebrauch, beispielsweise in SMS, Chat, E-Mail oder persönlichen Briefen, ist weitgehend unbeeinflusst von den Schreibungen der Dialektliteratur. Vielmehr ist die Einstellung verbreitet, man schreibe den Dialekt «nach Gefühl» oder «so, wie man es sagt», eine Einstellung, der zufolge die Rechtschreibung zur Domäne des Standarddeutschen gehört, nicht aber zum Dialekt. Eine Sonderstellung nimmt das Baseldeutsche ein, wo besonders die Schnitzelbänke an der Basler Fasnacht eine Schreibung anwenden, die sich stark am Baseldeutschen Wörterbuch von Rudolf Sutter orientiert. Es handelt sich dabei zwar um den Dieth-Typus, die Laut-Buchstaben-Zuordnung entspricht aber teilweise Lautungen, die im modernen Baseldeutsch kaum mehr anzutreffen sind (Entrundung von /ö/ und /ü/ zu /e/ bzw. /i/). Bis zum Ersten Weltkrieg ähnelte die Situation des Schweizerdeutschen im Grossen und Ganzen derjenigen der anderen deutschen Dialekte: Im öffentlichen Leben der grossen Städte wurde es mehr und mehr von der Standardsprache bedrängt. Eine schweizerische Besonderheit war immerhin, dass die gehobenen Klassen (Patrizier) und die Familien der Grossbourgeoisie einiger Städte wie Bern und Basel Französisch «präferierten» und dieses auch im Alltag «parlierten». Viele französische Lehnwörter zeugen heute noch davon. Unter anderem aufgrund der zwei Weltkriege und der Zwischenkriegszeit wurde das Schweizerdeutsche jedoch für die deutschschweizerische Identität bestimmend und damit ein Mittel, sich von Deutschland abzugrenzen. Sprachlich äussert sich diese Abgrenzung darin, dass die oftmals mit Deutschland assoziierte Standardsprache kaum mehr als gesprochene Sprache verwendet wird. Durch die Entwicklung der audiovisuellen Medien und durch die erhöhte Mobilität der Bevölkerung werden die Dialekte ausgehend von den städtischen Gebieten immer mehr von Ausdrücken der standarddeutschen Schriftsprache und auch des Englischen durchzogen. Dazu kommt, dass praktisch der gesamte Wortschatz des modernen Lebens über jeweils einheitliche hochdeutsche Formen ins Schweizerdeutsche gelangt. So gelten die meisten Anglizismen aus der deutschen Sprache auch für Schweizerdeutsch, z. B. sori (von engl. «sorry») statt Äxgüsi, schoppe (von engl. «to shop») oder iichauffe (von dt. «einkaufen») statt Komissioone mache oder (übrigens auch erst jüngerem) poschte. Der hochdeutsche Einfluss beschränkt sich dabei keineswegs auf den Wortschatz, sondern macht sich auch in der Grammatik und sogar in der Aussprache bemerkbar.[13][14] In den grösseren Städten, besonders in Basel, Zürich und Bern, gab es jedoch noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ausgeprägte soziale Dialektunterschiede (Soziolekte). Zwar sprachen alle Schichten Dialekt, aber der Dialekt der Oberschicht unterschied sich deutlich von demjenigen der Mittelschicht, der sich wiederum sowohl vom Dialekt der Unterschicht als auch vom Dialekt der Landbevölkerung abhob. Einsprachige Kantone, in denen von der einheimischen Bevölkerung Schweizerdeutsch gesprochen wird, sind: St. Gallen, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden, Thurgau, Glarus, Schaffhausen, Zürich, Zug, Schwyz, Luzern, Uri, Nidwalden und Obwalden, Aargau, Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie Solothurn. Eine deutschsprachige Mehrheit haben Graubünden (neben Bündnerromanisch und Italienisch) und Bern (neben Französisch). Eine deutschsprachige Minderheit neben einer französischen Mehrheit haben das Wallis und Freiburg. Im Kanton Jura gibt es eine deutschsprachige Gemeinde, Ederswiler, ebenso im Tessin die Walsersiedlung Bosco/Gurin.

    Dialektologisch unterscheidet man traditionell zwischen östlichem Schweizerdeutsch (geschlossene Aussprache des Primärumlauts: fel[l]e 'fällen' sowie einförmiger Verbplural: mir/ir/si mached) und westlichem Schweizerdeutsch (sog. neutrale [also leicht geöffnete] Aussprache des Primärumlauts: fèlle/fèue 'fällen' sowie zwei- bis dreiförmiger Verbplural: mir mache, dir mached, si mache; ausgenommen Basel-Stadt: mir/ir/si mache) sowie nördlichem Schweizerdeutsch (durchgezogene Hiatdiphthongierung: Iis 'Eis', aber schneie 'schneien') und südlichem Schweizerdeutsch (fehlende Hiatdiphthongierung: Iis 'Eis', schniie 'schneien'). Derart erhält man somit die übergeordneten Dialekträume des Nordwestschweizerdeutschen (zusätzlich typisch etwa die Dehnung der Hinterzungenvokale in offener Silbe: saage/sääge 'sagen'), des Südwestschweizerdeutschen (zusätzlich typisch etwa fehlende Apokope auslautender Vokale: Wääge/Wäga 'Wege' [Pl.]), des Nordostschweizerdeutschen (zusätzlich typisch etwa die Monophthongierungen: Laatere/Läätere 'Leiter', Bomm 'Baum') und des Südostschweizerdeutschen (zusätzlich typisch etwa guu 'gehen'). Das Bündner Walserdeutsche gehört trotz seiner geographischen Lage nicht zum Südost-, sondern zum Südwestschweizerdeutschen, da diese Dialekte auf das südwestschweizerdeutsche Walliserdeutsch zurückgehen.

    Innerhalb der grösseren Mundarträume, ja sogar zwischen den grösseren Mundarträumen verwischen sich diese Unterschiede durch die wachsende Mobilität der Bevölkerung und die Verwendung des Dialektes in den Medien zusehends. Der durch dieses Zusammenwachsen der Bevölkerung entstehende Dialekt wird umgangssprachlich als «Bahnhofbuffet-Olten-Dialekt» bezeichnet, wobei die jeweilige regionale Verankerung weiterhin hörbar bleibt. Die stärkste Tendenz zu einem Ausgleich zeigen die Einzugsgebiete der Grossagglomerationen Zürich, Basel und Bern. Aber auch ländliche Mundarten stehen unter grossem Druck der neu entstehenden Grossraumdialekte. Hier zeigt es sich insbesondere, dass kleinräumige Mundartmerkmale (nicht nur Wörter, sondern auch Lautungen und Endungen) durch die grossräumig geltenden verdrängt werden. Die meisten Schweizer Dialekte weisen die Merkmale der neuhochdeutschen Monophthongierung und Diphthongierung nicht auf. Diesbezüglich gleichen sie dem Mittelhochdeutschen. Wie im Mittelhochdeutschen gilt: Huus [huːz] ist «Haus», Züüg [tsyːɡ] ist «Zeug», wiit [ʋiːt] ist «weit» etc. Ausnahmen gibt es im Bündner Schanfigg (Hous [houz], wejt [ʋeit]), in Unterwalden (Huis [huiz], wejt [ʋeit]) und im Aostataler Issime (Hous [houz], wejt [ʋeit]), wo die alten Längen alle diphthongiert sind. Eine weitere Ausnahme betrifft die Hiat-Diphthongierung der Langvokale vor Vokal, die in den nieder- und hochalemannischen Dialekten auftritt, nicht jedoch im höchstalemannischen (Beispiele: Mhd./höchstal. frii [vriː] «frei» hoch-/niederal. frei [vrei]; mhd./höchstal. Suu [zuː] «Sau» hoch-/niederal. Sou [zou]; mhd./höchstal. nüü [nyː] «neu» hoch-/niederal. nöi [nœi]). In weiten Teilen des östlichen Schweizerdeutsch werden die alten Diphthonge von den neuen lautlich unterschieden. So heisst es in Zürich: Bäi (Bai) [bæi] mit altem Diphthong, aber frei (frej) [vrei] mit sekundärem Diphthong, wo es standardsprachlich gleich lautend «Bein, frei» heisst, oder aber Baum [bæum] mit altem Diphthong, aber boue [bouə] mit sekundärem Diphthong für standardsprachlich gleich lautende «Baum, bauen».

    So wird die Hochsprache zwar in der Verfassung als eine der vier offiziellen Landessprachen definiert, bleibt aber für den Grossteil der Bevölkerung praktisch eine Fremdsprache (siehe auch Diglossie).

    Die sozialen Funktionen des Schweizerdeutschen sind vielfältig. Es kann sowohl als Umgangssprache als auch als Fachsprache verwendet werden. Schweizerdeutsch ist weder eine Trendsprache noch eine technische Sprache. Es wird von allen Gesellschaftsschichten gleichermassen verwendet und ist nicht wie Dialekte in anderen Ländern als Sprachform einer «Unterschicht» diskreditiert.

    Wie überall beinhalten die Varietäten verschiedener Sprechergruppen (Secondos, Forstarbeiter usw.) zusätzliche spezielle Abkürzungen und Ausdrücke.

    Der Sprachgebrauch in der Schweiz unterscheidet zwischen Dialekt und Standardsprache. Allein die Dialekte bilden ein Kontinuum, nicht die Standardsprache im Übergang zu den Dialekten. Eine sprachliche Äusserung kann nicht auf mehr oder weniger dialektale oder standardsprachliche Art erfolgen; man spricht entweder Dialekt oder Standardsprache und wechselt zwischen beiden.

    Schweizer Hochdeutsch wird in der Schweiz hauptsächlich für schriftliche Äusserungen verwendet und wird deshalb auch oft «Schriftdeutsch» genannt.

    Schweizerdeutsch ist durch die vorgenannten Faktoren zwar eher auf dem Vormarsch, andererseits durchläuft es seit einigen Jahrzehnten markante Veränderungen. Einerseits führen die massiven Migrationsbewegungen innerhalb des Landes zu einer Nivellierung hin zu Grossagglomerationsdialekten, andererseits hat der Konsum deutscher Medien zu einem Eindringen vieler hochdeutscher Elemente geführt. Durch diese Entwicklungen ergibt sich ein immer stärkeres Auseinanderdriften von passiver und aktiver Sprachkompetenz der Schweizer bezüglich der hochdeutschen Sprache. Während das Sprachverständnis (schriftlicher und gesprochener Hochsprache) schicht- und ausbildungsspezifisch demjenigen durchschnittlicher Einwohner Deutschlands in nichts nachsteht, wird die Ausdrucksfähigkeit und Gewandtheit beim eigenen Gebrauch zunehmend schwächer. Gleichzeitig wird das Schweizerdeutsche immer mehr mit hochdeutschen Vokabeln und Ausdrücken gesprochen. Doch auch das Englische wird immer mehr in der Alltagssprache der Jugend verwendet. So verwendet man oftmals z. B. «dä Tescht isch easy gsi!» anstatt des üblichen dä Tescht isch eifach gsi! (dieser Test war einfach!).

    Das Schweizerische Idiotikon ist das Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache und erfasst den lebenden und historischen schweizerdeutschen Wortschatz (einschliesslich der Walsergebiete Oberitaliens), jedoch nicht die bairische Mundart Samnauns, die im Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich beschrieben wird. Der dokumentierte Wortschatz umfasst die Zeitspanne von etwa 1300 bis in die Gegenwart des jeweiligen Bandes (also je nach Band spätes 19. bis frühes 21. Jahrhundert). Der Sprachatlas der deutschen Schweiz (SDS) erfasst und dokumentiert die alemannischen Mundarten der Schweiz einschliesslich der Walserdialekte Norditaliens mittels der dialektgeographischen Methode. Er gibt einen Sprachstand von etwa 1950 wieder. 2010 ist mit dem «Kleinen Sprachatlas der deutschen Schweiz» eine populärwissenschaftliche Kurzversion des Sprachatlasses erschienen. Unter der Leitung von Elvira Glaser wird derzeit an der Universität Zürich der «Syntaxatlas der deutschen Schweiz» (SADS) erarbeitet, der die im SDS weitgehend ausgesparte Dialektsyntax zum Thema hat.

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