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  1. Friedrich Schiller – Wikipedia

    de.wikipedia.org › wiki › Friedrich_Schiller

    6 days ago · Johann Christoph Friedrich Schiller, ab 1802 von Schiller (* 10. November 1759 in Marbach am Neckar ; † 9. Mai 1805 in Weimar ), war ein Arzt , Dichter , Philosoph und Historiker .

  2. Friedrich Schiller - Wikipedia

    en.wikipedia.org › wiki › Friedrich_Schiller

    4 days ago · Friedrich Schiller was born on 10 November 1759, in Marbach, Württemberg, as the only son of military doctor Johann Kaspar Schiller [ de] (1733–1796) and Elisabeth Dorothea Kodweiß [ de] (1732–1802). They also had five daughters, including Christophine, the eldest.

  3. Friedrich Schiller - Wikipedia

    it.wikipedia.org › wiki › Friedrich_Schiller

    3 days ago · Friedrich Schiller nacque il 10 novembre 1759 a Marbach am Neckar, a 20 miglia circa da Stoccarda nel Ducato di Württemberg, unico figlio maschio di Johann Caspar Schiller (1733 - 1796), luogotenente dell'esercito del medesimo ducato, e di Elisabeth Dorothea Kodweiß (1732 - 1802). Anni giovanili (1759-1775)

  4. Kabale und Liebe – Wikipedia

    de.wikipedia.org › wiki › Kabale_und_Liebe
    • Zusammenfassung
    • Wirkung
    • Hintergrund
    • Handlung
    • Charakteristik
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    • Sprache
    • Aufbau
    • Vorgeschichte
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    Kabale und Liebe ist ein Drama in fünf Akten von Friedrich Schiller. Es wurde am 13. April 1784 in Frankfurt am Main uraufgeführt, gilt als typisches Beispiel des Sturm und Drang, einer literarischen Strömung der Epoche der Aufklärung, und zählt heute zu den bedeutendsten deutschen Theaterstücken. Das von Schiller ursprünglich Luise Millerin genannte bürgerliche Trauerspiel bekam erst auf Vorschlag des Schauspielers August Wilhelm Iffland den publikumswirksameren Titel Kabale und Liebe und handelt von der leidenschaftlichen Liebe zwischen der bürgerlichen Musikertochter Luise Miller und dem Adelssohn Ferdinand von Walter, die durch niederträchtige Intrigen (Kabalen) zerstört wird.

    Kabale und Liebe ist ein bürgerliches Trauerspiel, eine auf Gotthold Ephraim Lessing zurückzuführende Form der Tragödie, die nicht mehr ausschließlich in der Welt des Adels, sondern auch in der des Bürgertums spielt. Der Einfluss von Lessings Emilia Galotti auf Schillers Stück ist unübersehbar. Die literarische Ständeklausel ist außer Kraft gesetzt, der Konflikt zwischen Bürgertum und Adel der sich auch als einer zwischen bürgerlichem Standesstolz und adeligem Standesdünkel manifestiert ist das beherrschende Motiv. Das allgemein Menschliche steht im Zentrum, politische Missstände werden offen angeklagt. Durch seine Liebe zu Caroline von Wolzogen, der Schwester seiner späteren Ehefrau Charlotte von Lengefeld, war sich Schiller der Kluft zwischen Adel und Bürgertum schmerzlich bewusst geworden. Der Wiener Bühnenautor Josef Kilian Schickh, ein Zeitgenosse Johann Nestroys, schrieb 1831 für das Theater an der Wien die Parodie Die verhängnisvolle Limonade oder: Liebe und Kabale.

    Kabale und Liebe war das dritte Drama Schillers. Im September 1782 war er aus dem Machtbereich des württembergischen Herzogs Carl Eugen nach Mannheim geflohen; der Herzog hatte Schiller wegen dessen unerlaubter Ausreise zur Uraufführung des Stückes Die Räuber unter Arrest stellen lassen und ihm seine schriftstellerische Tätigkeit untersagt. Ungerechtigkeit und Fürstenwillkür, deren Zeuge und Opfer er wurde, haben sich in Kabale und Liebe niedergeschlagen:

    Ferdinand, Major und Sohn des Präsidenten von Walter, eines einflussreichen Adligen am Hof eines deutschen Fürsten, stürzt mit seiner auf Gegenseitigkeit beruhenden Liebe Luise, die Tochter des Musikus Miller, in einen tödlich endenden Konflikt. Sowohl der Vater Ferdinands als auch der alte Miller lehnen eine Verbindung ihrer Kinder ab. Der Präsident von Walter verfolgt stattdessen das Ziel, Ferdinand mit der Mätresse des Herzogs, Lady Milford, zu verheiraten, um so seinen Einfluss bei Hofe zu vergrößern. Ferdinand rebelliert jedoch gegen den Plan seines Vaters, kündigt ihm seinen Gehorsam auf und versucht Luise zur gemeinsamen Flucht zu überreden. Er begibt sich zu Lady Milford, um sie zum Verzicht auf das Bündnis zu bewegen und ihr seine Liebe zu Luise zu gestehen. Dabei erfährt er nicht nur von der tragischen Vergangenheit der Lady, sondern auch, dass sie ihn wirklich liebt und bisher immer einen mäßigenden Einfluss auf die Gewaltherrschaft des Fürsten ausgeübt hat. Auf Ferdinand aber könne sie schon aus Prestigegründen nicht mehr verzichten, weil ihre Vermählung bereits in aller Munde sei. Erst nachdem sie kurz darauf mit Luise selber spricht und mit deren Unschuld, bürgerlichem Stolz und christlicher Selbstlosigkeit konfrontiert wird, nimmt sie sich das einfache Mädchen zum Vorbild, gibt ihre Heiratsabsichten auf und verlässt das Land, um sich aus der höfischen Welt zurückzuziehen und fortan als Tagelöhnerin ein ehrbares Leben zu führen. Um ihr Ziel zu erreichen und zu verhindern, dass Ferdinand seine Drohung wahrmacht, nämlich den Hof über die korrupten Machenschaften seines Vaters aufzuklären und zu verraten, wie man Präsident wird, initiieren der Präsident und sein Sekretär Wurm (zugleich Ferdinands Nebenbuhler) eine heimtückische Intrige: Luises Eltern werden grundlos verhaftet. Vor dem sicheren Tod, so erklärt man Luise, könne sie ihre Eltern nur durch einen an den Hofmarschall von Kalb gerichteten Liebesbrief retten. Zudem muss Luise einen Eid auf Gott schwören und den erzwungenen Brief als ein von ihr aus freiem Entschluss verfasstes Schriftstück ausgeben. Dieser Brief wird Ferdinand zugespielt, schürt dessen ohnehin schon vorhandenes Misstrauen und lässt tatsächlich Eifersuchtsgefühle und Rachegelüste in ihm wach werden. Luise will sich daraufhin durch Suizid vom Eid lösen, um vor Ferdinand sterbend die Unschuld ihrer Liebe wiederherzustellen. Dieses Vorhaben durchkreuzt jedoch ihr streng gläubiger Vater, der Selbstmord für eine schwere Sünde hält und daher Luise ins christliche Gewissen redet. So hat sie den Anklagen Ferdinands nur das Schweigen und die durch den Eid geforderte Lüge entgegenzusetzen. Blind vor Wut und Verzweiflung vergiftet Ferdinand sich und Luise. Sterbend ist Luise befreit von ihrer Schweigepflicht, offenbart Ferdinand die Intrige und vergibt ihm. Dieser erwacht aus seiner Verblendung, erkennt die selbstlose Treue seiner Geliebten und reicht im Augenblick seines Todes auch seinem Vater, der in der schrecklichsten Qual vor seinem Sohn auf die Knie fällt, die Hand zur Versöhnung. Anschließend stellt sich der Präsident, zur Läuterung bereit, den Gerichten. Der Stadtmusikant Miller ist ein ehrbarer, aufrechter Musiker, tief religiös und mit einem festen Platz in der zunftischen Ordnung der Stadt, einerseits selbstbewusst, unerschrocken und aufrecht, andererseits engen Grenzen verhaftet und nicht frei von Herrschaftshaltung. Miller ist fest im ständischen Denken verankert und lehnt daher eine Ehe seiner bürgerlichen Tochter mit dem adligen Ferdinand ab. Jedoch lässt er Luise bei der Gattenwahl innerhalb der ständischen Ordnung freie Wahl, denn er hält die Gepflogenheit, wonach der Vater den Ehemann auswählt, für überholt. Gegenüber seiner Frau verhält er sich als befehlender Patriarch, während ihn mit seiner Tochter eine zärtliche Liebe verbindet. Sein bürgerliches Selbstvertrauen kommt deutlich im Streitgespräch mit dem Präsidenten zum Ausdruck: Trotz seines großen Respekts stellt er sich gegen den Präsidenten und beharrt mutig auf seinem Hausrecht. Er gibt deutlich zu verstehen, dass die verdorbene Welt des Adels in seinen Augen moralisch unter der bürgerlichen Welt stehe. Gleichzeitig ist er jedoch keineswegs immun gegen die Verführung durch Reichtum. Als Ferdinand ihm Geld für den drei Monate langen glücklichen Traum von seiner Tochter anbietet, ist Miller von den Möglichkeiten, die ihm dieser Reichtum bietet, überwältigt und verhält sich Ferdinand gegenüber sehr umgänglich und freundlich. Frau Miller hegt in Bezug auf Luises Beziehung zu Ferdinand kleinbürgerliche Aufstiegshoffnungen und begünstigt heimlich diese Liebesbeziehung. Außerdem fühlt sie sich durch den Verkehr eines feinen Herrn in ihrem Hause geschmeichelt. Aus diesem Grund weist sie Wurm im Gespräch als Schwiegersohn zurück, verrät ihm jedoch durch ihre Schwatzhaftigkeit und Einfalt Informationen über die Beziehung von Ferdinand und Luise, die dieser für seine Intrige zu nutzen weiß. Gegenüber ihrem Mann kann sich Frau Miller nur schwer behaupten. Auch gegenüber dem Präsidenten nimmt sie eine ängstliche und unterwürfige Haltung ein und verkörpert den typischen Untertanengeist. Millers sechzehnjährige Tochter Luise wird als das schönste Exemplar einer Blondine vorgestellt, die neben den ersten Schönheiten des Hofes noch Figur machen würde. Sie ist fest in ihrer Familie verankert. Vor allem zu ihrem Vater hat sie eine sehr enge Beziehung, die dadurch, dass Luise Millers einziges Kind ist, noch fester wird. Luise, die von ihren Eltern christlich erzogen wird und sehr behütet aufwächst, stößt das amoralische Leben am Hofe ab. Die Begegnung mit Ferdinand stürzt sie in einen Konflikt zwischen Neigung und Pflicht (Kant), zwischen ihrer Liebe zu Ferdinand und der Erwartungshaltung ihres Vaters, dem auf Grund seiner religiösen Überzeugung die gottgewollten gesellschaftlichen Schranken unantastbar erscheinen. Lady Milford alias Johanna von Norfolk, die Mätresse des Fürsten, nimmt eine Mittelstellung ein zwischen der höfischen und bürgerlichen Werteordnung. Wie Ferdinand glaubt sie an die enthusiastische Liebe, die eine Idee bürgerlicher Intellektueller ist gleichzeitig hält sie an der Ehre als dem Lebensprinzip der Adeligen fest. Die aus England ins deutsche Exil geflohene und in Not geratene Waise erwidert aus Dankbarkeit die ihr entgegengebrachte Liebe des Fürsten und wird zu seiner Mätresse. Diese Stellung ermöglicht ihr ein standesgemäßes Leben und befriedigt ihren Ehrgeiz. Auch eröffnet ihr diese Position die Möglichkeit, einen besänftigenden Einfluss auf den Fürsten auszuüben und die Missstände im Fürstentum zu mildern. So wird auch der Heiratsplan mit Ferdinand nicht, wie allgemein angenommen, vom Präsidenten, sondern von ihr selbst eingefädelt. Lady Milford trägt eine Sehnsucht nach echter Liebe in sich; mit Ferdinand hofft sie das Land verlassen und einen neuen Lebensabschnitt beginnen zu können. Als Ferdinand ihre Liebe zurückweist, versucht sie ihn mit allen Mitteln zur Ehe zu zwingen, wohl wissend, dass sie Ferdinands Herz nicht gewinnen kann. Lady Milford fürchtet eine mögliche Demütigung und ist daher nicht bereit, die öffentlich bekannt gemachte Verbindung zu widerrufen. Sie versucht, Luise durch Drohungen und Versprechen zum Verzicht auf Ferdinand zu bewegen, doch ihre überhebliche Maske zerbricht; zutiefst von der höheren Tugend Luises getroffen, beendet sie das Verhältnis mit dem Fürsten und geht außer Landes. Insgesamt entsteht das Bild einer Frau, die das Gute will, aber lange Zeit in das verschwenderische und intrigante Treiben des Hofes eingebunden bleibt. Das Streben nach Ehre und Macht wirft einen Schatten auf ihre Menschlichkeit, die sich in ihrem Verhalten gegenüber dem Volk und ihren Dienern zeigt. Am Schluss trifft sie eine klare Entscheidung, geht außer Landes und löst sich so aus den Verstrickungen und damit auch aus ihrem moralischen Konflikt. Präsident von Walter, Ferdinands Vater, hat sich sein Amt durch den Mord an seinem Vorgänger verschafft. Sein ganzes Verhalten ist darauf ausgerichtet, seine Stellung bei Hofe zu festigen womöglich sogar auszuweiten und sich die Gunst des Herzogs zu sichern. Diesem Machtkalkül unterwirft er Menschen, Wertvorstellungen und Gefühle. Liebe betrachtet er als törichte Schwärmerei: Eine Heirat soll allein dynastischen oder politischen Zielen dienen. Erst als Ferdinand ihm im Tode vergibt, wird er sich seiner Fehler bewusst. Er erkennt, dass Menschen sich nicht wie Schachfiguren bewegen lassen, sondern Empfindungen und Wertvorstellungen folgen, die nicht alleine Nützlichkeitserwägungen oder Machtbestrebungen untergeordnet sind. Reuevoll stellt er sich der Justiz und beendet so seine Karriere.

    Den Gegensatz zwischen (durch die Standesschranke voneinander getrenntem) Adel und Bürgertum, der die Spannung des dramatischen Geschehens konstituiert, überlagert in Kabale und Liebe eine weitere Differenz: die Orientierung des Menschen an der Ehre (Adel) einerseits und die Motivierung durch das Gefühl (Bürger) andererseits. So gehören Ferdinand und Lady Milford zwar dem Adel an, lassen sich aber, wie gebildete Bürger, auch durch ihre aufrichtige Liebe leiten; in Konfliktsituationen jedoch berufen sie sich bald wieder auf ihre Ehre, also das Lebensprinzip des Adels. Die bürgerliche Neuorientierung dieser beiden Adeligen trägt wesentlich zu den Konflikten des Dramas bei. Ferdinand ist ein typischer Vertreter des Sturm und Drang, leidenschaftlich, aufbrausend, weltfremd und egozentrisch. Für den Sohn des Präsidenten ist die bürgerliche Luise als Braut eigentlich tabu. Für ihn sind jedoch nicht der Stand, sondern die persönlichen Qualitäten eines Menschen wichtig. Von der Tradition der Aufklärung geprägt, verachtet er die intriganten Praktiken der höfischen Welt. Er klagt die Ungerechtigkeit, Inhumanität und Amoralität der absolutistischen Ordnung an, versucht diese Ordnung zu sprengen und beruft sich dabei auf die Natur und Gott. Sein Besitzdenken und seine selbstbezogene Liebe zu Luise, verbunden mit seiner emotionalen Spontanität, sind typisch für die zeitgenössischen Lehren Jean-Jacques Rousseaus und fördern schon früh seine unbegründete Eifersucht. Von der Idee der absoluten Liebe besessen, maßt er sich die Rolle des Rächers an und tötet eine Unschuldige.

    Schiller verwendet einen hohen Stil, Pathos und Hyperbeln, um die zynische, kalte Welt des Hofes zu beschreiben. Die eingearbeiteten französischen Passagen dienen Schiller dazu, die Hofwelt mit ihren leeren Konversationen und ihrem Hang zu glanzvollen Äußerlichkeiten zu entlarven.

    Die Sprache des Präsidenten ist oft ironisch, geschliffen, berechnend und arrogant. Die Ausdrucksweise des Hofmarschalls Kalb kann als Pendant zur Sprache der Frau Miller gesehen werden: einerseits dümmlich, unnatürlich und geziert, andererseits kriecherisch und hysterisch. Schiller stellt der unnatürlichen Sprache des Hofes die direkte, oft derbe Sprache des Ehepaares Miller gegenüber. Miller wird durch die Sprache des einfachen Mannes charakterisiert (Ich hab mich satt gefressen). Seine Ansichten unterstreicht er mit allgemeinen Redewendungen und einer plastischen Bildersprache (Auf den Sack schlägt man; den Esel meint man). Auch Frau Miller ist durch ihre Sprache dem einfachen Bürgertum zuzuordnen. Durch die falsche Aussprache von Fremdwörtern (Bläsier, barrdu) und den Gebrauch zahlreicher Dialektausdrücke offenbart sie ihre niedere Herkunft.

    Der Aufbau des Stückes folgt einem strengen System, welches mit den Begriffen Symmetrie und dialektisches Prinzip bezeichnet werden kann. Entsprechung und Gegensatz kennzeichnen Inhalt wie auch Gestalt des Werkes. Dies wird in der Szenen-Abfolge deutlich, die im regelmäßigen Rhythmus zwischen der Welt des Kleinbürgertums und der des absolutistischen Hofes wechselt. Auf diese Weise wird die kleine Welt (Zimmer der Miller) der großen Welt (Saal des Präsidenten beziehungsweise Palais der Lady Millford) dialektisch gegenübergestellt und eine Symmetrie in der Abfolge der Szenen erzielt. Auch für den Handlungsaufbau des Werks gilt das Prinzip der Symmetrie. Als Beispiel lassen sich die drei Szenen zwischen Ferdinand und Luise am Anfang (1,4), in der Mitte (3,4) und am Ende (5,7) anführen; die erste hebt den geheimen Gegensatz der Liebenden hervor, die zweite lässt ihn in dem entscheidenden Wendepunkt akut werden, die dritte besiegelt ihn im Tod.

    Im Verlauf des 18. Jh. entwickelte das Bürgertum die Idee, sich durch strikte Körperbeherrschung von anderen Klassen abzuheben. Dies meinte sowohl Körperhaltung als auch Körpersprache. Das Äußere wurde damals direkt mit dem Inneren gekoppelt. Die Erscheinung eines Menschen gibt Aufschluss über sein Wesen; das postuliert die Physiognomik. Dass Schiller in Berührung mit dieser Wissenschaft gekommen ist, lässt sich an einem seiner Lehrer erkennen. Jacob Friedrich Abel, Professor der Psychologie und der Moral an der hohen Karlschule, schreibt im Lehrbuch zu einer seiner Vorlesungen: [W]eil bestimmte Seelenveränderungen, z. B. Nachdenken, immer von bestimmten äussern Bewegungen des Körpers begleitet sind, diese aber zuletzt bleibend werden, so ist der Zustand der Seele im Körper sichtbar.[2] Abel ging als Philosoph der Aufklärung und der Methode der Mäeutik in die Geschichte ein.

    Das Aussehen der Figuren im Stück bleibt zu großen Teilen im Dunkeln. Nur nicht bei einer Person. Es ist dies Wurm. Schiller verleiht ihm kein schönes Äußeres. Es ist ausgesprochen hässlich. Passend zu seinem intriganten Charakter hat er kleine, tückische Mausaugen, rotes Haar und ein herausgequollenes Kinn. Auf den langsamen krummen Gang der Kabale versteht er sich gut. Seine Körperhaltung ist nicht aufrecht und stramm, sondern krumm, biegbar und beliebig veränderbar. Und so ist auch sein Charakter: Er macht das, was ihm im Moment gelegen kommt und verkörpert darin durch und durch das Bild der Adeligen vor der französischen Revolution. Seine Kleidung lehnt er bewusst an den Adel an: Gelegentlich tritt er mit Stock und Hut auf.

    Oft wird das Drama aus Sicht der sozialen Stände analysiert. Wenn man die Stände außen vor lässt, ergeben sich noch andere Sichtweisen. Die gängigsten sind die theologische und die philosophische, sowie jene, dass dies eigentlich ein Liebesdrama ist. Darin ist sich auch die Forschungsliteratur einig: Of all Schiller's dramatic works, Kabale und Liebe has received the most divergent interpretations. It has been variously called a tragedy of love, of absolute subjectivity, of theological superbia, of class differences, of social-political injustice. I propose to discuss it as a tragedy of language.[3] Im sprachphilosophischen Ansatz wird etwa die Theorie aufgestellt, dass Louise und Ferdinand ihre verbale Kommunikation perfektionieren so, wie es ihre Liebe auch sein soll. Dass das Handeln des Menschen fehlerhaft ist und es Perfektion im Leben nicht gibt, stellt der Brief dar. Er setzt den schönen Worten ein Ende und die kommunizierten Worte verheißen die Tragödie. Ferdinand, weil er weiter an seinem Ideal festhält, einzig die schönen Worte der Sprache des Herzens zu verwenden, und es nicht wagt, bei Louise den unschönen Brief anzusprechen, ruft die Katastrophe selbst herbei. Schiller zeigt folglich, dass Sprache etwas Menschengemacht-Künstliches ist und zwar am Beispiel der Figur Wurms, der das Paradies der zutraulichen Worte zwischen den beiden mit Worten erfolgreich sprengen kann. Schiller hat die philosophischen Ideen hierzu wahrscheinlich von der Lektüre Herders.

  5. Friedrich Schiller - Wikipedia, la enciclopedia libre

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    6 days ago · Friedrich Schiller era hijo del oficial Johann Caspar Schiller y de Elisabeth Dorothea Schiller, originaria de Kodweiß. Debido a que el padre obtuvo una plaza de oficial de reclutamiento, la familia se asentó en 1763 en Lorch, no lejos de Marbach y poco después del nacimiento de su hermana Luise se trasladaron a Ludwigsburg.

  6. 弗里德里希·席勒 - 维基百科,自由的百科全书

    zh.wikipedia.org › wiki › 弗里德里希·席勒

    6 days ago · 弗里德里希·席勒; 出生: Johann Christoph Friedrich Schiller 1759年11月10日 神聖羅馬帝國 符騰堡公國 馬爾巴赫 逝世: 1805年5月9日 (45歲) 神聖羅馬帝國 薩克森-魏瑪公國 魏瑪

  7. Friedrich Hölderlin – Wikipedia

    de.wikipedia.org › wiki › Friedrich_Hölderlin

    6 days ago · Er lernte während dieses Aufenthaltes Johann Wolfgang von Goethe und den von ihm besonders verehrten Friedrich Schiller kennen. Auch machte er die Bekanntschaft Friedrich von Hardenbergs (Novalis) und, im Mai 1794, Isaac von Sinclairs , mit dem er ab April 1795 ein Gartenhäuschen in Jena bewohnte.

  8. Wilhelm Tell – Wikipedia

    de.wikipedia.org › wiki › Wilhelm_Tell
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    Wilhelm Tell ist ein legendärer Schweizer Freiheitskämpfer. Seine Geschichte spielt in der heutigen Zentralschweiz und wird auf das Jahr 1307 datiert. Der Dichter Friedrich Schiller verfasste in seiner späten Schaffensphase das berühmte gleichnamige Bühnenwerk. Seit dem 15. Jahrhundert erwähnt, wurde er zu einer zentralen Identifikationsfigur verschiedener, sowohl konservativer als auch progressiver Kreise der Eidgenossenschaft. Seit Ende des 19. Jahrhunderts gilt Tell als der Nationalheld der Schweiz.

    Die Geschichte Tells fand Eingang in die Luzerner Chroniken von Melchior Russ und Petermann Etterlin, die um 1507 erstmals gedruckt wurden, und in die 1508 bis 1516 verfasste Schweizerchronik des Zürcher Heinrich Brennwald. Der Chronist Aegidius Tschudi verdichtete um 1570 die verschiedenen mündlich und schriftlich überlieferten Versionen der Tell-Erzählung zu einer Sage, die er auf das Jahr 1307 datierte und als wichtiges Element der Befreiungstradition zwischen dem Burgenbruch und dem Rütlischwur einbettete. Tschudis «Chronicon Helveticum» wurde jedoch erst 17341736 publiziert. Vor allem über Josias Simlers «De Republica Helvetiorum libri duo», dessen Werk 1576 erstmals erschien und immer neu aufgelegt wurde, erreichte Tschudis Fassung bis ins 18. Jahrhundert hinein ein breites Publikum. Der Geograph und Universalgelehrte Johann Gottfried Gregorii alias Melissantes verbreitete die Geschichte zwischen 1708 und 1729 durch mehrere seiner volksnahen Geographiebücher im deutschsprachigen Raum.[3] Schliesslich wurde vor allem durch die Dramatisierung Friedrich Schillers (1804), aber auch durch den Historiker Johannes Müller die Geschichte zunächst in Europa und später auch weltweit bekannt. 1818 nahmen die Brüder Grimm die Sage in ihr Werk Deutsche Sagen auf.[4] Die so genannten Tellskapellen auf der Tellsplatte, in Bürglen und in der Hohlen Gasse stammen erst aus dem 16. Jahrhundert und sind zum Teil nachweislich zu Ehren von Kirchenheiligen gestiftet worden. In Uri liess sich keine Familie Tell ermitteln; die Erkenntnisse der Urner Landsgemeinden von 1387 und 1388, welche Tells Existenz bezeugen sollten, sowie die den Namen «Tello» und «Täll» enthaltenden Totenregister und Jahrzeitbücher von Schattdorf und Attinghausen sind als Erdichtungen und Fälschungen nachgewiesen. Die Sage vom Apfelschuss tritt zuerst in den Gesta Danorum («Geschichte der Dänen») des Saxo Grammaticus (verfasst ca. 12001216) und der altnordischen Thidrekssaga (kompiliert im 13. Jahrhundert) auf. In der letzteren wird der Held Egil genannt, bei Saxo heisst er Toko.[6] Auch im Hexenhammer (1486) wird eine Sage vom Apfelschuss erzählt; der Name des Schützen ist hier Punker von Rohrbach.

    In Etterlins Tell-Legende lässt der habsburgische Landvogt Gessler zu Altdorf einen Hut (Gesslerhut) auf eine Stange stecken und befiehlt den einheimischen Untertanen, diesen jedes Mal zu grüssen, wenn sie an ihm vorübergehen. Wilhelm Tell, ein weithin bekannter Armbrustschütze, verweigert den Gruss, und der Vogt befiehlt ihm daraufhin, einen Apfel vom Kopf seines Sohnes Walter zu schiessen. Sein Kind müsse andernfalls mit ihm sterben. Tell tut widerstrebend, wie ihm geheissen, und trifft den Apfel. Er wird gefragt, wozu er sich einen zweiten Pfeil genommen hat und antwortet, wenn er sein Kind getroffen hätte, wäre dieser für den Vogt bestimmt gewesen. Daher lässt der Vogt ihn gefesselt auf seine Burg nach Küssnacht überführen. Auf dem Vierwaldstättersee aber bringt ein Sturm das Schiff in Gefahr und Tell wird seiner Fesseln entledigt, um das Boot zu lenken. Geschickt steuert er es gegen das Ufer, wo die Steilwand Axen sich erhebt, und springt dort auf eine hervorstehende Felsplatte, die noch heute Tellsplatte heisst. Er eilt über die Berge nach Küssnacht, erwartet den Vogt in einem Hohlweg, der Hohlen Gasse, und erschiesst ihn aus sicherem Versteck mit der Armbrust und wird so zum Tyrannenmörder.

    Von Tells weiterem Leben wird nur berichtet, dass er 1315 in der Schlacht bei Morgarten mitgekämpft und 1354[5] im Schächenbach beim Versuch der Rettung eines Kindes den Tod gefunden habe.

    Im Weissen Buch von Sarnen wird Tells Tat mit dem Rütlischwur in Verbindung gebracht; die Initiative im Freiheitskampf wird aber vornehmlich der Gestalt des Werner Stauffacher zugeschrieben. Diese Version erscheint auch in der 1507 gedruckten Etterlin-Chronik. Erst Tschudi verwob die beiden Traditionsstränge zu einer Gesamtsage, die im Lauf der Jahrhunderte noch mancherlei Zusätze bekam. Christian Stückl inszenierte ein Theaterstück zu Wilhelm Tell.[19]

    In der Schweiz dürfte die Erzählung Saxos von Chronisten des 15. Jahrhunderts zur Ausschmückung der Befreiungssage übernommen worden sein. Schon der Berner Pfarrer Uriel Freudenberger (17381743), Prediger am Berner Inselspital, betätigte sich als Geschichtsforscher und stellte 1760 die These auf, es handele sich beim schweizerischen Wilhelm Tell um die Nachdichtung einer Episode aus den Gesta Danorum des Saxo Grammaticus (ca. 1140 bis 1220). Aus Angst vor den Auswirkungen veröffentlichte er seine Abhandlung allerdings anonym. Die Sage vom Schützen Toko  der im Dienst des dänischen Königs gestanden habe  erzählt, dass dieser prahlerische Schütze vom König gezwungen wurde, einen Apfel vom Kopf seines Sohnes zu schiessen, und dass Toko den König dafür später aus dem Hinterhalt erschoss. Da zudem einige Details bei Aegidius Tschudi, der die Tellsage überliefert, und Saxo Grammaticus übereinstimmen (z. B. steckt sich auch Toko einen zweiten Pfeil zu und bekennt auf die Frage des Königs, dass dieser für ihn gewesen wäre, falls er den Sohn getroffen hätte), ist evident, dass Saxo die Quelle für die Erfindung des Schweizer Nationalhelden war. Gottlieb Emanuel von Haller übersetzte die Abhandlung Freudenbergers ins Französische und veröffentlichte sie wegen der Befürchtungen Freudenbergers unter seinem eigenen Namen.

    Die Tragödie «Guillaume Tell» von Antoine-Marin Lemierre wurde erstmals 1766 von den Comédiens ordinaires du Roi (Ludwig XV.) aufgeführt.

    Personen und ihre Darsteller: Personen und ihre Darsteller: Personen und ihre Darsteller: Personen und ihre Darsteller:

    Wilhelm Tell, gespielt von Mike Müller, ist Österreicher und zieht durch Schweizer Dörfer, um Frauen sein Schönheitsmittelchen anzudrehen. Im Auftrag von drei Eidgenossen macht sich Tell zusammen mit dem Eskimo Val-Tah auf den Weg in die Feste der Habsburger. Dort soll er dem bösen Gessler das Handwerk legen. Als Belohnung winkt der Schweizer Pass.

    Die geplante Provokation misslang, der Film floppte. Kritisiert wurden Durchhänger, flache Witze, biedere Zoten, umständliche Dialoge und kaputtgeredete Pointen.[12]

    Bereits 2008 sollte unter dem Titel «The Adventures of William Tell» ein Hollywoodfilm gedreht werden. Für die Rolle der Frau von Tell konnte die Enkelin von Charlie Chaplin, Kiera Chaplin, gewonnen werden. Die Hauptrolle und die Regie waren noch nicht vergeben.[13] Aufgrund der Finanzkrise stiegen die Investoren 2008 aus dem Film aus. Das vorgesehene 60-Millionen-Budget konnte deshalb nicht finanziert werden. Die Verfilmung sei allerdings nicht gestrichen, sondern nur «auf Eis gelegt». Man wolle das Projekt später wieder aufnehmen.[14] Im Mai 2011 wurde bekannt, dass die Dreharbeiten starten sollten.[15] Als Hauptdarsteller wurden Brendan Fraser und Til Schweiger genannt. Wegen günstigerer Produktionskosten sollte der grössere Teil des Films in Rumänien gedreht werden. 2014 sollte der Film unter dem neuen Titel «The Legend of William Tell» oder «Tell 3D» in die Kinos kommen.[16][17] Der historische Roman von Thomas Vaucher erschien 2016.[18] Der Roman erzählt einerseits die unbekannte und fiktive Geschichte der Jugend Wilhelm Tells und klärt den Leser auf, wie aus dem Bauern Tell ein Armbrustschütze wurde, und anderseits die bekannte Legende vom Rütlischwur und vom Apfelschuss aber in neuem Licht.

  9. フリードリヒ・フォン・シラー - Wikipedia

    ja.wikipedia.org › wiki › フリードリヒ

    May 06, 2021 · Friedrich von Schiller; 誕生: ヨーハン・クリストフ・フリードリヒ・フォン・シラー (Johann Christoph Friedrich von Schiller) 1759年 11月10日 ヴュルテンベルク公国 マールバッハ: 死没: 1805年 5月9日 ザクセン=ヴァイマル公国 ヴァイマル: 職業: 詩人・歴史家・劇作家・思想 ...

  10. Ferdinand von Schirach – Wikipedia

    de.wikipedia.org › wiki › Ferdinand_von_Schirach
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    Ferdinand von Schirach (* 1964 in München) ist ein deutscher Strafverteidiger, Schriftsteller und Dramatiker.

    Schirach ist Sohn des Münchner Kaufmanns Robert von Schirach (19381980) und Enkel des NS-Reichsjugendführers Baldur von Schirach und dessen Ehefrau Henriette von Schirach. Einer seiner Urgroßväter war der Hitler-Fotograf Heinrich Hoffmann, ein anderer Urgroßvater der Intendant des Nationaltheaters in Weimar und des Staatstheaters Wiesbaden Carl von Schirach. Einer seiner Vorfahren über seine Urgroßmutter Emma Lynah Tillou Bailey Middleton von Schirach ist der Mitunterzeichner der Unabhängigkeitserklärung der USA, Arthur Middleton, einer der Gründerväter der USA. Ein anderer seiner Vorfahren ist der Historiker und Schriftsteller Gottlob Benedikt von Schirach, der 1781 die Zeitschrift Politisches Journal nebst Anzeige von gelehrten und anderen Sachen gründete eine der ersten Zeitschriften Europas.

    Schirachs Mutter Elke geb. Fähndrich ist eine Enkelin des Unternehmers und NS-Politikers Fritz Kiehn, in dessen Betrieb Robert von Schirach eine Ausbildung absolviert hatte und dann zunächst als Facharbeiter beschäftigt war.[1][2]

    Nach seinem Jurastudium in Bonn und seinem Referendariat in Köln ließ er sich 1994 in Berlin als Rechtsanwalt nieder, spezialisiert auf Strafrecht. Schirach vertrat unter anderen den BND-Spion Norbert Juretzko, ferner Günter Schabowski in den Mauerschützenprozessen.

    Er machte 2008 von sich reden, als er im Rahmen der Liechtensteiner Steueraffäre Strafanzeige gegen den Bundesnachrichtendienst erstattete und als er im Namen der Familie des verstorbenen Schauspielers Klaus Kinski Strafanzeige erstattete, nachdem das Landesarchiv Berlin mit Zustimmung des Berliner Datenschutzbeauftragten Alexander Dix die Krankenakte Kinskis veröffentlicht hatte. Im August 2014 erschienen die gesammelten Essays, die Schirach für den Spiegel geschrieben hatte, in dem Band Die Würde ist antastbar. Das Buch stieg auf Platz 2 der Bestseller-Liste des Spiegels ein. Die Rezensionen waren positiv. Im NDR hieß es, Schirachs Ringen um klaren Ausdruck, die schnörkellosen Sätze sind der rhetorische Beweis für die Klarheit seiner Gedanken,[47] die Hannoversche Allgemeine nannte die Texte über den Tag hinaus gültig.[48] In einem Interview mit dem Standard erklärte Schirach, er möge den Begriff Intellektueller nicht, er habe nur ein paar Dinge aufgeschrieben, die ihm durch den Kopf gingen. Tatsächlich ist es nur mein Unbehagen die Welt scheint zu kompliziert für mich geworden zu sein, vieles verstehe ich einfach nicht. In demselben Interview sagte Schirach, er habe gerade ein Theaterstück fertiggestellt, über dessen Film- und Aufführungsrechte verhandelt werde.[49] Im Oktober 2017 veröffentlichten Alexander Kluge und Schirach einen Gesprächsband mit dem Titel Die Herzlichkeit der Vernunft. Das Buch enthält fünf Gespräche über Sokrates, Voltaire, Kleist, Politik und Schirachs Theaterstück Terror. Die literarische Welt druckte vorab das Gespräch über Sokrates mit Modeaufnahmen von Karl Lagerfeld, was die gesamte Ausgabe des gedruckten Einlegers einnahm.[50] In einem Interview mit dem Deutschlandfunk erklärte Schirach, das Buch sei dadurch entstanden, dass Kluge und er in den vergangenen Jahren mehrere Filminterviews und eine Reihe von Gesprächen aufgezeichnet hätten.[51]

    Über sein Privatleben ist wenig bekannt. Im Magazin der Süddeutschen Zeitung erklärte von Schirach, dass er sich dazu nicht äußere.[13] In einem Interview mit dem SWR am 6. März 2018 gab er an, täglich vier Stunden zu schreiben, was eine Ausbeute von einer neuen Buchseite ergebe. Den Rest des Tages verbringe er mit Korrespondenz und Korrekturen. Er flaniere außerdem viel und gerne und habe ein schönes Leben.[14] Seine erste Liebe war eine Enkelin des Widerstandskämpfers Erwin von Witzleben.[15]

    Im August 2010 erschien sein zweites Buch Schuld. Wie der Band Verbrechen enthält es Erzählungen aus dem anwaltlichen Alltag.[17][18] Sofort nach Erscheinen war es auf Platz 1 der Bestsellerliste des Spiegels. Das von Burghart Klaußner gelesene Hörbuch gewann den deutschen Hörbuchpreis 2011.[19] Die Constantin Film kaufte die Filmrechte an diesem Buch.[20] Das Buch wurde unter der Regie von Marco Kreuzpaintner als Der Fall Collini verfilmt. Der Film kam am 18. April 2019 in die deutschen Kinos.[31] Das Buch wurde für den Los Angeles Times Book Prize 2014 nominiert.[32]

    Im September 2011 veröffentlichte Schirach den Roman Der Fall Collini, der auf Platz 2 der Bestsellerliste des Spiegels einstieg. Das Buch erzählt vom Mord an dem Industriellen Hans Meyer, der früher NS-Offizier in Italien war. Zum Erscheinungstag zeigten die Tagesthemen einen Bericht über das Buch.[21] Die Welt sprach von einer glasklaren Geschichte von bestürzender Amoralität,[22] der Focus von einem Glücksfall für die deutsche Literatur.[23] Jörg Magenau kritisierte in der Süddeutschen Zeitung, der Roman sei aus Sätzen zusammengefügt, die aus einem Gebrauchs-Katalog für Drehbuchschreiber zu stammen scheinen.[24] Schirach erklärte in einem Interview mit der Zeit, dass es ihm nicht um die Frage Wer war der Mörder? gegangen sei, sondern um die Frage Was ist das Motiv?.[25] In einem Essay im Spiegel äußerte sich Schirach erstmals über seinen Großvater Baldur von Schirach. Er schrieb, Der Fall Collini sei keine Aufarbeitung seiner Familiengeschichte, vielmehr schreibe er über die Nachkriegsjustiz, über die Gerichte in der Bundesrepublik, die grausam urteilten, über die Richter, die für jeden Mord eines NS-Täters nur fünf Minuten Freiheitsstrafe verhängten. Es ist ein Buch über die Verbrechen in unserem Staat, über Rache, Schuld und die Dinge, an denen wir heute noch scheitern.[26] Der Cicero schrieb,[27] Schirachs Sprache sei ausgehärtet und genau kalkuliert, er stelle sich, anders als Bernhard Schlink, vehement auf die Seite der Opfer.

    Die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger setzte am 11. Januar 2012 eine unabhängige Kommission zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit im Bundesministerium für Justiz ein und verwies dabei unter anderem auf den Roman Der Fall Collini.[28] Das Wall Street Journal in New York zählte den Roman Der Fall Collini zu den 10 Best Mysteries of 2013.[29] Im September 2013 veröffentlichte Schirach den Roman Tabu. Er stieg auf Platz 2 der Bestsellerliste des Spiegels ein.[33] Das Buch wurde unterschiedlich rezensiert. Matthias Matussek schrieb im Spiegel: Wie wundervoll, so ein Buch, das aus lauter klaren Sätzen besteht, die schlank sind und klug, die nachschwingen und in ihrem Schönheitssog den Leser mitziehen auf eine Reise ins vorzivilisatorische Grauen. [] Dieser Roman, der mit unendlich vielen Ebenen arbeitet, ist nicht nur kunstvoll gefügt, sondern er löst sich selbst in Kunst auf.[34] Der Focus schrieb: Nur wenigen Schriftstellern gelingt es, ihre Besessenheit so intelligent und zugleich spannend in Literatur zu verwandeln.[35] Der ORF meinte, Schirach habe die literarische Aufgabenstellung bravourös gelöst, er lasse sich Zeit für Bilder, Szenen und Nebenschauplätze das alles aber in der ihm eigenen Sprache: klar, scheinbar kühl und kunstvoll zum Wesentlichen destilliert.[36] Ulrich Greiner erklärte in der Zeit, er habe das Buch nicht verstanden und Schirach könne nicht schreiben.[37] Die Frankfurter Allgemeine Zeitung verglich Schirachs internationalen Erfolg mit Patrick Süskind und Bernhard Schlink und schrieb, er reihe sich mit seinen Themen Schuld und Sühne, Verbrechen und Strafe in eine große Erzähltradition ein. Gleichzeitig sei jedoch literarisch noch reichlich Luft nach oben.[38] Das Börsenblatt des Buchhandels nannte Tabu zusammengefasst einen vom Feuilleton gehassliebten Roman.[39] Im Ausland wurde Tabu positiv aufgenommen. In Großbritannien, wo das Buch den Titel The Girl Who Wasnt There trägt, schrieb die Sunday Times: Ferdinand von Schirach ist einer der gefeiertsten Kriminalautoren Europas, es handle sich um einen anspruchsvollen Roman über einen Mann, dessen emotionale Unberührtheit ebenso unterkühlt wie destruktiv ist. Der Guardian erklärte, der Roman sei in wunderbar zurückhaltendem Stil geschrieben, der mit der Unberührtheit des Protagonisten und seiner sehr abstrakten Sicht auf die Welt übereinstimme. Der Observer meinte, Schirach schreibe in einer eiskalten, mühelos eleganten Sprache, der Roman sei so fesselnd und exzentrisch wie sein Protagonist.[40] Der Daily Telegraph hält Schirach für eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur.[41] In England erreichte The Girl Who Wasnt There Platz 1 der Bestsellerliste der Times (The Times Saturday Review).[42] In Tokio wurde Tabu am Neuen Nationaltheater als Theateradaption aufgeführt.[43] Am 26. Februar 2017 wurde Tabu als Theateradaption in Hamburg am Altonaer Theater aufgeführt.[44] Am 15. März 2019 erfolgte die Wiederaufnahmepremiere dieser Inszenierung von Tabu an den Schauspielbühnen in Stuttgart.[45][46] Das Feuilleton nahm den Erzählungsband positiv auf. Anne Siemens schrieb am 11. März 2018 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: Sein neuer Band Strafe hat an Intensität noch gewonnen; er lässt den Leser mit aufgewühlter Seele zurück und zugleich jedoch beeindruckt, auch glücklich über die Kunst Schirachs, in wenigen Sätzen manchmal nur in einem große Fragen des Lebens zu fassen. Uwe Wittstock schrieb in der Ausgabe des Focus vom 2. März 2018: Ferdinand von Schirach ist kein Schriftsteller des lauschigen Halbdunkels. Er schreibt eine Literatur der Klarheit, der Helligkeit, eine Literatur, die genau hinsieht, auch wenn nicht schön ist, was dabei zum Vorschein kommt. Die Frankfurter Rundschau urteilte: Schirach ist ein Könner im Weglassen. Gerade seine kürzesten Geschichten besitzen, so hart sie oft sind, die Gnade des erschrockenen Schweigens.[55] Die Abendzeitung schrieb am 5. März 2018: Kaum ein anderer Schriftsteller kann mit so wenigen Worten so tiefe Gefühle beschreiben und auslösen. Schirach ist ein mitfühlender, zutiefst menschlicher Erzähler. Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle sagte in einem Interview in der Süddeutschen Zeitung, er freue sich über den Erfolg der Bücher von Ferdinand Schirach, denn sie zeigen auf eingängige Weise, wie vermeintlich einfache Rechtsfragen mit großen anderen Fragen verbunden sind Schuld, Sühne, Freiheit, Gerechtigkeit, Liebe, Hass. Und dass es mitunter schwerfällt, eindeutige Antworten auf diese Fragen zu finden.[63] Nach einer Rezension im NDR beschwört Schirach dabei mit feiner Ironie, untergründigem Humor, leiser Verzweiflung, was ihn verzweifeln lässt und was ihn rettet. Von Schirach ist ein Moralist ohne ausgestellte Moral. Nationalsozialismus, Deutscher Herbst und Rock n Roll, Joseph Beuys Fettecke, Autoren wie Hemingway, Gustafsson und Mark Twain natürlich das Rauchen, das Entdecken der Heimat auf Reisen. Von Schirach ist ein Meister der Parabel er erzählt fesselnd seine Geschichte, die zugleich ein Stück unserer Geschichte ist.[66] Arno Widman findet den Klappentextvergleich mit Kafka und Kleist, den die New York Times angestellt hat, unpassend, wirft dies aber nicht dem Autor vor. Von den 48 sehr unterschiedlichen und meist pointierten Texten, die weder für sich noch untereinander einen Zusammenhang stiften, erwähnt er die Darstellung des Großvaters des Autors Baldur von Schirach, der für seine Identitätsbildung aus Wut und Scham wesentlich war. Widmann sieht im Vielleicht den Kammerton der Schirachschen Prosa, den Schirach in Abgrenzung gegen die mörderische Selbstgewissheit des Großvaters entwickelt habe. Es fehlt Widmann jedoch in den müden und umweltverträglichen Texten die bleibende Auseinandersetzung mit diesem Schreckbild im Innern des Autors. Schirachs Lakonie sei außerdem asexuell, der Abstand, den wir bräuchten, werde leicht zu dem, an dem wir sterben, dies führe Schirach in jeder Erzählung vor, in der er selbst das Ausstellungsstück sei. Dass Schirach seine Texte immer abstoßend durchsichtig konstruiere, sei ihm nicht vorzuwerfen, wenn es der einzige Wege wäre, in dem dieser Mann sich äußern, also sein Inneres nach außen schütten könnte.[67]

    Schirach stellte das Buch in einer Premierenlesung in der ausverkauften Berliner Philharmonie zusammen mit den Philharmonikern Guy Braunstein, Olaf Maninger und Amihai Grosz vor.[56] Der rbb übertrug die Lesung im Livestream und im Programm.[57]

    Das Buch stieg in der ersten Woche auf Platz 3 der Bestsellerliste des Spiegel ein[58] und erreichte in der zweiten Woche Platz 1.[59] Der Norddeutsche Rundfunk produzierte aus dem Theaterstück ein Hörspiel unter der Regie von Ulrich Lampen.[75] Nach einer Meldung in Ausgabe 28/2017 des Spiegel ist Schirachs Theaterstück eines der erfolgreichsten zeitgenössischen Bühnenstücke, es sei bis dato in 60 Theatern in elf Ländern gezeigt und alleine in Deutschland 1110 mal aufgeführt worden.[77] Dem Deutschen Bühnenverein zufolge war das Stück mit großem Abstand Spitzenreiter im deutschen Schauspiel der Spielzeit 2016/2017.[78] Es habe damit Goethes Faust als erfolgreichstes Stück abgelöst.[79] Nach seiner Werkstatistik war Schirach damit nach William Shakespeare der beliebteste Autor in Deutschland, Österreich und der Schweiz.[80] Mittlerweile wird das Stück auf allen fünf Kontinenten gespielt.[81]

    Hubert Winkels hebt den ersten der nummerierten Texte hervor, einen kursorische(n) Schnelldurchgang durch Kindheit und Jugend, den Schirach befremdlicherweise nach dem gleichen Muster wie die Dutzende Fallgeschichten in seinen Storybänden texte. In den Gerichtsgeschichten mache sich ein Strafrechtsanwalt die Perspektive des jeweiligen Angeklagten zu eigen, in der Eröffnungsgeschichte sei der Erzähler selbst der Gegenstand, erfinde sich selbst, wobei der Leser aus zu wenigen berichtenden und auch poetisch vorgetragenen Elementen zu viel konstruieren müsse. Schirachs lakonischer Stil zeige einen fatalistische(n) Grundkurs. Enttäuschung, Glücksferne, Erschrecken über die Conditio humana im Allgemeinen, über das kriegerische Menschengeschlecht und die jüngere deutsche Geschichte im Besonderen grundieren diesen so gut wie alle folgenden Texte. Eine Kompilation von Zitaten ergäbe nach Meinung von Winkels ein kleines Brevier des zeitgenössischen Stoizismus: Es ist unverkennbar, er will uns Wichtiges über die Vergeblichkeit des Lebens und seiner eben daraus resultierenden Würde sagen.[68]

    Bisher fanden 56 Premieren des Stückes statt, darunter auch auf zahlreichen Bühnen in Österreich und der Schweiz. Premieren wurden auch in Japan und Venezuela gezeigt, weitere Aufführungen sind für Ungarn, Dänemark, Israel und die USA angekündigt (Stand: November 2016). Der Gustav Kiepenheuer Bühnenvertrieb listet auf seiner Internetseite die Premieren und die weltweiten Abstimmungsergebnisse des Stückes auf.[76]

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